Russland brachte am 17. Juni kurz vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit einen neuen Navigationssatelliten der Glonass-M Reihe in eine halbsynchrone Erdumlaufbahn. Startort war der  nordrussische Weltraumbahnhof Plesetzk. Als Trägerrakete wurde eine Sojus 2.1b mit einer „Fregat“-Oberstufe eingesetzt. Glonass ist das russische Analogon zum amerikanischen GPS-System. Seine Anfänge gehen auch fast genauso weit zurück wie die des US-Gegenstücks. Erste Satelliten starteten bereits 1982.

Die Mission begann um 23:46 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 1:56 Uhr Moskauer Zeit am 18. Juni von der Startrampe 4 der Startanlage 43 in Plesetzk. Die Raumfahrzeuge des Glonass-Systems tragen die Bezeichnung Uragan, respektive Uragan-M in der neuesten Ausführung dieser Satelliten. Das aktuelle Raumfahrzeug trägt die Herstellerbezeichnung Uragan 756. In der Glonass-Konstellation wird eine andere Systematik benutzt, dort wird das neue Raumfahrzeug als Glonass-56 bezeichnet. Er ersetzt Uragan 734 im Slot 5 der Bahnebene 1. Um die Verwirrung komplett zu machen gibt auch das russische Militär dem Raumfahrzeug eine eigene Bezeichnung. Dort läuft es unter dem Namen Kosmos 2527.

Der Satellit wurde einige Stunden nach dem Start in einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 19.150 Kilometern, einem Apogäum von 19.500 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 64,8 Grad abgesetzt.

Das Glonass-System benötigt 24 voll funktionsfähige Satelliten auf drei Bahnebenen für eine weltweite Abdeckung, und mindestens 18 Einheiten, um zumindest Russland vollständig mit Navigationsdiensten zu versorgen. Die Uragan-M Satelliten können entweder in Gruppen zu drei Einheiten mit einer Proton M gestartet werden, oder als einzelne Satelliten mit einer Sojus 2.1b Fregat.

Die Raumfahrzeuge werden bei ISS Reshetnev gebaut. Sie sind für eine Betriebslebensdauer von mindestens sieben Jahren ausgelegt und wiegen beim Start 1.415 Kilogramm. 

Bild: Den Start führten militärische Verbände durch; Credit: VKS