Am 6. Juni startete der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst von Baikonur aus zu seinem zweiten Orbitalflug. Mit ihm an Bord des Raumschiffes Sojus MS-09 sind die NASA-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und der russische Sojus-Kommandant Sergei Prokopjew. Für die beiden letzteren ist es die erste Mission ins All. Sie stoßen jetzt zur Crew der Expedition 56, bestehend aus Commander Drew Feustel und Rick Arnold von der NASA, sowie dem russischen Flugingenieur Oleg Artemjew. Diese drei befinden sich bereits seit dem 21. März im Orbit.

Die Mission der Sojus FG-Trägerrakete begann um 13:13 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 1, von der aus schon Juri Gagarin zu seiner historischen Mission aufgebrochen war. Acht Minuten und 44 Sekunden später war ein erster Übergangsorbit erreicht. Die Sojus fliegt dieses Mal ein Standard-Rendezvous-Manöver und wird daher bis zum Anlegen an der ISS insgesamt 34mal die Erde umkreisen und zwei Tage benötigen. Ein sechs-Stunden und vier-Orbit Rendezvous wurde aufgegeben, weil man dafür die ISS innerhalb weniger Tage erneut hätte umpositionieren müssen. Das war schon für die Landung von Sojus MS-07 geschehen, um eine Nachtlandung im Zielgebiet zu vermeiden. Das Anlegemanöver soll am 8. Juni um 15:07 Uhr erfolgen.

Zum ersten Mal bei einer bemannten russischen Mission wurde bei diesem Start eine so genannte "Rocket-Cam" eingesetzt, eine nach unten gerichtete Außenbordkamera am Raumschiff, die den Zuschauer den Start in einer ganz neuen Perspektive erleben lässt.

Die Landung der Sojus MS-09 Crew ist derzeit für den 13. Dezember 2018 vorgesehen.

Bild: Emblem der Mission Sojus MS-09; Credit: Roskosmos