Der nächste bedeutende Forschungsflug zum Mond wirft seine Schatten voraus. Im Vorfeld dieser spannenden Mission startete China am 20. Mai die Relaysonde Queqiao zum Lagrange-Punkt 2 des Erde-Mondbereiches, etwa 450.000 Kilometer von der Erde entfernt. Der Einsatz begann um 23:25 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 3 des zentralchinesischen Weltraumbahnhofs Xichang. Der Name des Raumfahrzeugs bedeutet “Elsternbrücke” und stammt aus einer chinesischen Sage,  der zufolge zwei Liebende (der Hirte Altair und die Weberin Wega) einmal im Jahr - am siebten Tag des siebten Mondmonats – vereint sind, wenn ein Schwarm Elstern eine Brücke über die Milchstraße bilden.

Queqiao wird die Raumsonde Chang’e 4 unterstützen, die voraussichtlich im Dezember zum Mond aufbricht, und dabei einen Lander und einen Rover im Krater Kármán im südpolaren Aitken-Becken der Mondrückseite absetzen soll. Das Raumfahrzeug basiert auf der CAST100-Kleinsatellitenplattform, entwickelt und gebaut von der China Academy of Space Technology. Es hat eine Startmasse von 425 Kilogramm. Der Datentransfer zur Erde erfolgt über eine S-Band-Antenne. Die Kommunikation von Queqiao mit der Lander/Rover-Kombination wird über das X-Band erfolgen.

Da bei einer Landung auf der Mondrückseite kein direkter Kontakt mit einer Landesonde bestehen kann, wird für diese Mission ein Relay-Satellit benötigt, der sich im L2 (Mond-Erde) Halo-Punkt befindet. Die geplante Lebensdauer von Queqiao ist lang genug, um auch zukünftige chinesische Mondmissionen zu unterstützen, wie etwa die im kommenden Jahr geplante Probenrückführ-Mission Chang’e 5.

Neben der Datenrelay-Ausrüstung befinden sich auch noch Experimente aus China und Europa an Bord der Sonde. Mit auf den Weg zum Mond gingen auch zwei Mikro-Raumsonden. Sie tragen die Bezeichnung Longjiang 1 und 2 (auch: DSLWP-A1/A2) und weisen eine Masse von jeweils 45 Kilogramm auf. Diese beiden Raumfahrzeuge sollen in einen elliptischen Mondorbit mit einem Periselenum von 200 Kilometern und einem Aposelenum von 9.000 Kilometern einschwenken. Sie sind für Niedrigfrequenz-Radioastronomie und für Amateurfunk-Experimente vorgesehen und wurden vom Harbin Institute of Technology gebaut.

Bild: Grafik von Queqiao; Credit: CNSA