Mit dem erfolgreichen Start einer Trägerrakete des Typs Sojus ST-B „Fregat“ vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou aus, erreichten am 9. März vier weitere Kommunikationssatelliten der O3b-Konstellation die Umlaufbahn. 12 Satelliten dieses Netzwerks befinden sich bereits im Orbit. Der Start trug in der Nomenklatur der Arianespace die Bezeichnung VS 18, was für „Vol Sojus Nr. 18“ steht. Es ist also 18. Mission mit einer Sojus-Trägerrakete, die im Auftrag des europäischen Startproviders von Kourou aus durchgeführt wurde. Die erste Sojus-Mission von Kourou erfolgte im Oktober 2011.

Bei der Sojus ST handelt es sich um eine für den Startplatz Kourou adaptierte Spezialversion der Sojus 2. Sie verfügt, anders als die in Russland und Baikonur eingesetzten Versionen, über ein so genanntes „Flight Termination System“, mit dem die Rakete bei Flugbahnabweichungen zerstört werden kann, über ein verändertes Telemetriesystem, eine modernisierte elektronische Ausstattung des Flugkontrollsystems, sowie einige Anpassungen, welche die Tropentauglichkeit der Rakete unterstützen.

Die Startmission dauerte zwei Stunden und 22 Minuten. Danach war der Zielorbit erreicht, und die Fregat-Oberstufe setzte die letzten beiden Flugeinheiten ab (Die ersten beiden Satelliten wurden zwei Stunden und eine Minute nach dem Verlassen der Startrampe freigegeben). Die Umlaufbahn in der die Satelliten abgesetzt wurden ist für Kommunikationssatelliten einzigartig. Es handelt sich dabei um eine Kreisbahn in 7.830 Kilometern Höhe, die fast genau über dem Äquator verläuft. Nach der Freigabe der Raumfahrzeuge unternahm die Fregat zwei weitere Brennmanöver, um sich von der Bahn der Satelliten abzusetzen. Vier Stunden und 57 Minuten nach dem Liftoff war für Arianespace als Transportdienstleister die Mission beendet.

Alle O3b-Satelliten wurden bislang, jeweils in Clustern zu vier Einheiten, mit Sojus-Raketen von Kourou aus gestartet. Die erste Mission fand dabei im Juli 2013 statt, zwei weitere Flüge folgten im Juli und Dezember 2014. Im kommenden Jahr sollen vier weitere Einheiten gestartet werden, und die Gesamtstärke des Systems damit auf 20 Einheiten bringen.  

Die jeweils etwa 700 Kilogramm schweren O3b-Satelliten gehören dem luxemburgischen Satellitenoperator SES. Gebaut wurden sie  von Thales Alenia Space in Cannes. Sie senden über steuerbare Antennen im Ka-Band und stellen ein breites Spektrum von Internet-Dienstleistungen hauptsächlich für infrastrukturell weniger entwickelte äquatornahen Regionen zur Verfügung. Dafür steht auch der Name „O3b“, was the „Other 3 Billion“ bezeichnet. Die drei Milliarden Menschen in äquatornahen Regionen, die bislang nicht mit schnellem Internet versorgt sind. Die Einsatzdauer der Satelliten wurde auf mindestens 10 Jahre veranschlagt.

Bild: Missionsposter; Credit: Arianespace