LogoDie USA eröffneten am 20. Januar das Raumfahrtjahr 2012 mit dem Start einer Delta 4, die den militärischer Kommunikationssatelliten WGS-4 (auch als USA-233 bezeichnet) in einen geostationären Transferorbit brachte. Das 464 Millionen Dollar teure Raumfahrzeug wurde nach fünfjähriger Bau- und Testzeit erfolgreich auf der vorgesehenen Umlaufbahn abgesetzt.

Die eingesetzte Version der Delta 4 trägt die Bezeichnung Delta 4 M+ (5,4). Aus diesen Kürzeln erschließt sich dem Fachmann, dass es sich um einen Träger mit einem einzelnen so genannten Common Core Booster handelt (im Gegensatz zur Delta 4 „Heavy“, der über drei dieser Antriebseinheiten verfügt), dass sie mit vier zusätzlichen GEM 60-Feststoffboostern ausgestattet ist und über einer Zweitstufe mit einem Durchmesser von 5 Metern verfügt. Für die Delta 4 war es der insgesamt 21. Start. Für die aktuell eingesetzte Variante dieses Trägers war es der zweite Einsatz.

Die Rakete hob um 1:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit (19:38 Uhr Ortszeit) vom Startkomplex 37B der Cape Canaveral Luftwaffenbasis ab. 36 Sekunden nach dem Verlassen der Rampe durchbrach sie die Schallmauer, 95 Sekunden nach dem Abheben waren die vier Booster ausgebrannt und wurden weitere neun Sekunden später abgeworfen. 211 Sekunden nach dem Abheben wurde die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Der Brennschluss der Erststufe erfolgte nach vier Minuten und zehn Sekunden Flugdauer.

Acht Sekunden danach erfolgte die Stufentrennung und weitere 13 Sekunden darauf zündete das RL-10 B-2 Triebwerk der zweiten Stufe. 20 Minuten und 44 Sekunden nach dem Verlassen der Startanlage erfolgte der erste Brennschluss des Oberstufentriebwerks und eine Driftphase. 28 Minuten und 33 Sekunden nach dem Abheben zündete die zweite Stufe erneut und lief danach bis zum zweiten Brennschluss bei 31 Minuten und 39 Sekunden.

40 Minuten und 50 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe trennten sich Oberstufe und Nutzlast.

Diese Nutzlast bestand in dem militärischen Kommunikationssatelliten WGS 4 (Wideband Global SATCOM). Diese auf Basis des BSS-702-Satellitenbusses von Boeing gebaute Satellit verfügen beim Start über eine Masse von etwa 6.500 Kilogramm.  Die Spannweite der beiden Solargeneratoren beträgt mehr als 40 Meter. Als Antrieb verwendet es sowohl ein konventionelles Raketentriebwerk  als auch vier Ionentriebwerke, welche sowohl für Bahnänderungen als auch für die Lageregelung genutzt werden können. Diese Triebwerke werden auch dafür eingesetzt, den Satelliten auf seiner endgültigen Bahn zu positionieren. Dafür werden etwa 40 Tage benötigt.

Die Nutzlast von WGS-4 besteht aus Transpondern für das X-Band und zehn Ka-Band-Transpondern. Mit diesen soll die Kommunikationsmöglichkeiten der US-Streitkräfte sichergestellt werden. Über Satelliten dieses Typs werden beispielsweise unbemannte Drohnen weltweit gesteuert. Die Satelliten des WGS-Systems (Wideband Global SATCOM System) ersetzen nach und nach die älteren Einheiten der DSCS-III-Serie (Defense Satellite Communication Systems).

Ein Video des Starts finden Sie hier: http://bit.ly/Ascejo