Am 10. September nahm ein unbemanntes russisches Frachtraumschiff Kurs auf die Internationale Raumstation. Es ist dies die 30. unbemannte Versorgungsmission, die von Russland aus zur ISS unternommen wird. Entsprechend wird die Mission in der Terminologie des Vorhabens auch als 30P bezeichnet (Progress Mission 30). In der russischen Zählung, die schon zu Zeiten der Raumstation Mir begann, wird das Fahrzeug als Progress M-65 geführt.

Der Raumfrachter startete um 21:50 Uhr an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Sojus U vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Neun Minuten nach dem Liftoff hatte das Vehikle einen ersten Übergangsorbit erreicht. Gleich darauf entfalteten sich die etwa 10 Meter weit spannenden Solargeneratoren und die Kommunikations- und Navigationsantennen.

Eine Serie von Kurskorrekturmanövern brachte den Frachter innerhalb der nächsten beiden Tage in die Nähe der Raumstation. Das Anlegen war zunächst für den 10.9. geplant, aufgrund der Schließung des Kontrollzentrums Houston wegen des Tropensturms "Ike" entschlossen sich die russischen und amerikanischen Controller aber, das Anlegemanöver zu verschieben. Es fand nun am 17.9. statt, um 20:43 Uhr und gelang ohne jedes Problem.

Progress M-65 legte am Zvesda-Dockingport an, der erst vor wenigen Tagen wieder frei geworden war, nachdem das europäische ATV-Versorgungsschiff "Jules Verne" die Station am 5. September verlassen hatte. Die vorherige Progress war am so genannten "earth facing port" des Zarya Moduls angedockt gewesen. Dieses Fahrzeug hatte die Station am 1. September verlassen und wurde vor drei Tagen über dem Pazifik gezielt zum Absturz gebracht.

An Bord des Frachters befinden sich 1.300 Kilogramm so genannte "trockene Ladung", das sind Ausrüstungsgegenstände, Ersatzteile, Kleidung, Nahrung, Medikamente, Hygiene-Artikel und ähnliches. Auch ein neuer Orlan-Raumanzug ist dabei. Dazu kommt "wet" cargo, bestehend aus 900 Kilogramm Treibstoff für die ISS, 210 Liter Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff.

Die Raumstation ist derzeit von der Crew der Expedition 17 besetzt, bestehend aus Commander Sergei Volkov, Flugingenieur Oleg Kononenko und Wissenschaft-Officier Greg Chamitoff.

Astra