China brachte am 6. September zwei Erdbeobachtungssatelliten in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start vom Weltraumzentrum Taiyuan erfolgte um 5:25 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Am zentralchinesischen Startort war es da bereits später Vormittag. Die zweistufige Long March 2C Trägerrakete gab ihre Nutzlast wenige Minuten nach dem Start frei.

Die beiden Raumfahrzeuge mit der Bezeichnung Huan Jing 1A und 1B werden eine ganz spezielle Funktion wahrnehmen: Desaster Monitoring. Eine Aufgabenstellung, deren Notwendigkeit sich China vor allem nach dem schweren Erdbeben in Sichuan im Mai dieses Jahres offenbarte.

Die Lebensdauer der beiden Satelliten ist auf mindestens drei Jahre ausgelegt. Mit ihren Kameras, die im optischen und im infraroten Bereich arbeiten, können die beiden Weltraumspäher alle zwei Tage den kompletten Globus unter die Lupe nehmen. Desaster Monitoring Satelliten werden benötigt, um weiträumige Katastropheneinsätze steuern zu können und sich anbahnende kritische Situationen auch in abgelegenen Gebieten frühzeitig zu erkennen. Eine solche Situation hatte sich beispielsweise kurz nach dem erwähnten Beben ergeben, als sich aufgrund gewaltiger Erdrutsche ein riesiger Stausee gebildet hatte, der sich in bewohntes Gebiet zu ergießen drohte.

Bisher musste sich China auf kommerzielle Bilder von amerikanischen und europäischen Providern verlassen, um diese Dienstleistung durchführen zu können.

Astra