Große Enttäuschung bei SpaceX. Auch der von vielen Hoffnungen begleitete dritte Einsatz einer Falcon 1 scheiterte.

Der Jungfernflug im Jahre 2006 scheiterte an einem Treibstoffleck und einem daraus entstehenden Feuer bereits wenige Sekunden nach dem Abheben.

Flug Nummer zwei im März 2007 verlief besser, aber bei der Stufentrennung touchierte die erste Stufe mit dem Triebwerk der zweiten Stufe und versetzte das Gerät in Schwingung, die sich schließlich so weit aufschaukelte, dass das Zweitstufentriebwerk gut 5 Minuten in der Mission abschaltete, ohne dass ein Orbit erreicht werden konnte.

Gestern nun kam es nach einem zunächst perfekten Liftoff um 5:34 Uhr mitteleuropäischer Zeit 159 Sekunden nach dem Abheben erneut zu einem Problem mit der Stufentrennung. Die Ursache ist minimal, hatte aber letztendlich katastrophale Auswirkungen.

Der Fehler hängt mit dem regenerativ gekühlten neuen Merlin 1C-Haupttriebwerk des Falcon zusammen (die frühere Version des Merlin-Triebwerks ist ablativ gekühlt). Bei diesem Motor verbleibt nach dem Abschalten für einige Sekunden ein geringer Restschub (etwa 1 Prozent des Nominalwertes), der die Rakete weiter antreibt. Nach der Abtrennung der zweiten Stufe und der Zündung des Zweitstufenmotors nahm wegen dieses Restschub die erste Stufe erneut Fahrt auf und kollidierte mit der zweiten Stufe. Im Moment der Kollision erfolgte die Zündung der zweiten Stufe mit der Auswirkung dass der Fallschirmbehälter am oberen Ende der ersten Stufe verschmolz und diese Stufe dann auch nicht geborgen werden konnte.

Der Anstriebsstrahl des Raketentriebwerks verschmorte aber nicht nur den Fallschirmbehälter der ersten Stufe, sondern wurde von dieser auch auf die Basis der 2. Stufe umgelenkt, die dadurch ihrerseits so schwer beschädigt wurde, dass sie versagte.

Elon Musk, Allein-Inhaber von SpaceX, zeigte sich sehr enttäuscht, kehrte aber auch die positiven Aspekte hervor. So arbeitete das neue Merlin 1C-Triebwerk, das zukünftig auch in der Falcon 9 eingesetzt werden soll, perfekt.

Der Fehler scheint relativ leicht zu beheben zu sein. Es dürfte genügen, die Zeit zwischen Abschaltung des Triebwerks und der Stufentrennung um einige Sekunden auszudehnen. Dadurch hat die Unterstufe mehr Zeit den Restschub abzubauen. Auch nach der Trennung der beiden Stufen sollen einige zusätzliche Sekunden Zeit garantieren, dass es keinen Rückstrahleffekt mehr gibt, der die zweite Stufe beschädigen könnte.

In einem früheren Statement hatte Firmeninhaber Elon Musk noch kund getan, dass er nach drei Fehlschlägen in Folge wahrscheinlich das Handtuch werfen werde. Davon war aber nun keine Rede mehr. "Ich werde niemals aufgeben", meinte er. "Und wenn ich "niemals" sage, dann meine ich auch niemals".

Alle vier Nutzlasten an Bord gingen verloren: Der Technologiesatellit "Trailblazer" der US Air Force, der Biologie-Satellit PRESat und eine Nutzlast des Marshall Spaceflight Centers der NASA mit der Bezeichnung NanoSail-D. Dabei handelt es sich um das 9,3 Quadratmeter große Protoypenmodell eines Sonnensegels.

Großes Publikumsinteresse bereits im Vorfeld des Starts hatte die vierte Nutzlast erhalten, ein kleiner Container namens "Explorers", in dem sich die Asche von insgesamt 208 Verstorbenen befand, deren Letzter Wille ein Weltraumbegräbnis war. Darunter auch die sterblichen Überreste des Schauspielers James Doohan, der in der Fernseh- und Filmserie "Raumschiff Enterprise" den Scottie spielte. Doohan war bereits im Jahre 2005 im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.  Ebenfalls an Bord die Asche des Astronauten Gordon Cooper, der seine beiden Raumflüge in den Jahren 1963 und 1965 unbeschadet überstand aber jetzt mit der Falcon bei seinem letzten Weltraumflug nicht mehr in den Orbit gelangte.

Astra