Russland brachte am gestrigen Samstagabend um 20:31 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit einer modernisierten Version der altbewährten Sojus-Trägerrakete einen Spionagesatelliten der neuesten Generation in den Orbit.

Der Träger vom Typ Sojus 2-1b startete von der neu renovierten Startanlage 43/3 in Plesetzk. Die Anlage gehört zum Sojus U/Molnija M-Komplex 43 des russischen Nord-Kosmodroms. Alle Systeme der Rakete funktionierte einwandfrei und Träger und Nutzlast erreichten die vorgesehene sonnensynchrone Umlaufbahn neun Minuten nach dem verlassen der Rampe.

Die neue Version des Trägers verfügt über ein verbessertes digitales Flugkontrollsystem und ein leistungsfähigeres Zweitstufentriebwerk (vom Typ RD 0124 anstatt des bisher verwendeten RD 0110) mit einem erheblich verbesserten spezifischen Impuls dank eines mehr als verdoppelten Brennkammerdrucks (von 70 auf 160 bar). Ihren Erstflug hatte die Sojus 2-1b im Jahre 2006 vom Kosmodrom in Baikonur.

Die Nutzlast der Rakete war die erste Einheit eines neuen militärischen optischen Bildaufklärers mit der Bezeichnung "Persona". Die Satelliten der Persona-Reihe stammen von den Resurs-Foto-Aufklärungssatelliten ab, die ihrerseits eine Weiterentwicklung der Yantar-Serie sind. Das optische System ist eine Weiterentwicklung der Kameraanlage der Spionagesatelliten der Arkon-Serie. Die Lebensdauer der Persona-Satelliten ist gegenüber ihren Vorgängern erheblich verlängert und beträgt jetzt sieben statt bislang drei Jahre. Hersteller des Raumfahrzeugs ist TsSKB Progress.

Die russischen Streitkräfte gaben dem Satelliten die seit den frühen sowjetischen Zeiten übliche militärische Tarnbezeichnung (die heute natürlich ihre frühere Bedeutung verloren hat). In dieser Terminologie wird das Raumfahrzeug als Kosmos 2441 bezeichnet, eine Nomenklatur, die keinen Hinweis auf die Art des Satelliten gibt, sondern lediglich eine reine Zählnummer ist.

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