Mit der Landung der Raumfähre Atlantis auf der Rollbahn 22 des kalifornischen Luft- und Raumfahrttestzentrums Edwards hat am Freitag um 21:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Shuttle-Mission STS-117 einen erfolgreichen Abschluss gefunden. Der Einsatz dauerte insgesamt 13 Tage und 20 Stunden. Dabei wurde die Erde 219-mal unrundet und eine Strecke von 9,3 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Credit: NASA

Der letzte Missionstag musste von der siebenköpfigen Besatzung eher unfreiwillig in Kauf genommen werden. Die schon für Donnerstag anberaumte Landung auf dem Kennedy Space Center in Florida musste nämlich wegen schlechten Wetters abgesagt werden. Als es auch am Freitag in Florida regnete, blieb Flugdirektor Norm Knight blieb keine andere Wahl als den Astronauten eine Landung an der Westküste der USA zu empfehlen.

Dort war das Wetter nahezu wolkenlos. Die Atlantis flog das Testzentrum von Südwesten her - über die Halbinsel Baja kommend - an. Die Küste wurde bei San Diego in einer Höhe von immer noch 40 Kilometern überquert. Dann ging es in steilem Sinkflug in Richtung Edwards, das etwa 160 Kilometer nordöstlich von Los Angeles liegt. In 13.500 Metern Höhe und immer noch mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs erreichte die Atlantis dann das Testzentrum und kündigte sich standesgemäß mit einem dumpfen Doppelknall - ausgelöst durch die Überschalldruckwelle - an.  Den Endanflug führte Commander Sturckow manuell durch und brachte den Orbiter in einer Bilderbuchlandung auf die Rollbahn.

Der Rücktransport der Raumfähre auf dem Rücken einer für diesen Zweck modifizierten Boeing 747 wird nun etwa zehn Tage dauern und etwa 1,7 Millionen Dollar kosten. Allein aus diesem Grund versucht die NASA grundsätzlich, Shuttle-Landungen in Florida durchzuführen.

Insgesamt aber kann die NASA mit dem Verlauf der ISS-Montagemission 13A sehr zufrieden sein. Mit der erfolgreichen Montage eines weiteren Solarmoduls an der zentralen Gitterstruktur der Internationalen Raumstation (ISS) wurde die Voraussetzung für die Montage des europäischen sowie des japanischen Labormoduls Ende 2007 / Anfang 2008 geschaffen. Auch das Einziehen eines seit 2000 an der ISS montierten Solarpaneels gestaltete sich vergleichsweise problemlos.

Credit: NASA Die Mission wurde auch für einen Wechsel in der ISS-Crew genutzt: Die amerikanische Missionsspezialistin Sunita Williams, die mit der letzten Shuttle-Mission STS-116 im Dezember 2006 zur Internationalen Raumstation geflogen war, wurde von ihrem Kollegen Clayton Anderson abgelöst. Mit ihrem 195-tägigen Aufenthalt im Erdorbit hat Williams übrigens die elf Jahre alte Bestmarke für Langzeitaufenthalte weiblicher Raumfahrer im All um sieben Tage übertroffen.

Bei den routinemäßigen Inspektionen des Space Shuttle in der Umlaufbahn entdeckten die Astronauten, dass sich eine der Thermalschutzdecken, ein Gewebematerial, das auf der Oberseite der so genannten Maneuvre Pods am Heck der Raumfähre für den Hitzeschutz sorgt, etwas aufgebogen hatte. Wenngleich davon auch keine Gefahr für den Shuttle ausging, wollten die Verantwortlichen der NASA durch die Reparatur im All vermeiden, dass es beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu Beschädigungen an der Struktur der Fähre aufgrund erhöhter Temperaturen kam.

Die NASA ordnete daher eine Reparatur an, wofür die Mission um eine EVA und einen zusätzlichen Missionstag verlängert wurde. Astronaut John Olivas behob den Schaden schließlich mit einem Tacker. Obwohl nicht zwingend notwendig stellte diese Maßnahme doch eine Übung für zukünftige Reparaturarbeiten im Weltraum dar. Aufnahmen der Raumfähre nach der Landung zeigten, dass die Maßnahmen ihren Zweck erfüllt hatte. Die Thermaldecke war zwar erneut leicht aufgebogen, aber nicht so stark wie vor der Reparatur.

Ursprünglich hätte die nun zu Ende gegangene Mission bereits im März durchgeführt werden sollen, doch Beschädigungen an der Isolierung des Shuttle-Haupttanks durch einen schweren Hagelsturm wenige Wochen vor dem geplanten Starttermin machten zeitintensive Reparaturen erforderlich.

Die Mission der Atlantis war schon wegen der Arbeiten an den Solargeneratoren schwierig genug und hätte somit nicht noch zusätzlicher Probleme bedurft. Aber genau das passierte letzte Woche. Ziemlich genau zur selben Zeit, als die Astronauten die neuen Generatoren installierten, fielen die drei Computer für die Navigation und Lageregelung der Station aus. Diese drei Einheiten werden kollektiv als der Terminal Computer bezeichnet. Er befindet sich im russischen Kommandomodul der ISS.  Es gelang zunächst nicht, die Rechner wieder zu re-booten und die Atlantis musste für drei Tage die Lageregelung der gesamten Kombination aus Shuttle und Station übernehmen. Schließlich gelang es aber zumindest zwei Einheiten wieder zu aktivieren.

Das System ist aber weiterhin instabil, und die russische Raumfahrtagentur hat beschlossen, mit der nächsten Progress-Frachtfähre im August Reserveeinheiten zur Station zu senden.

Die nächste Shuttle-Mission, STS-118, soll am 7. August zur ISS starten. Die Raumfähre Endeavour wird dabei ein weiteres Element der zentralen ISS-Gitterstruktur zu ihrem Einsatzort transportieren. Darüber hinaus gehört noch die External Stowage Platform 3 zur Ladung der Raumfähre. Sie wird ebenfalls an der ISS montiert und soll zukünftig Stauraum für verschiedene Gerätschaften bieten, die extern an der Raumstation gelagert werden können. Den übrigen Platz in der Ladebucht der Endeavour wird das Nutzlastmodul SPACEHAB ausfüllen, mit dessen Hilfe Versorgungsgüter zur ISS transportiert werden sollen.

Die Landung am Freitag war die 12.  für Atlantis auf der Luftwaffenbasis Edwards und die erste dieser Raumfähre seit der Mission STS-98 im Jahre 2001. Damals wurde das Modul Destiny zur ISS gebracht. Insgesamt ist es schon die 51. Mission im Rahmen des Shuttle-Programms, die in Edwards ihr Ende fand.