Header

Am Abend des 4. Mai (Ortszeit Kourou) platzierte eine Ariane 5 ECA zwei Kommunikations-Satelliten in einem geostationären Transferorbit: Astra 1L für den europäischen Betreiber SES Astra und Galaxy 17 für Intelsat. Dies war der 32. Start einer Ariane 5 und der 18. erfolgreiche Flug in ununterbrochener Serie.

Astra 1L ist der neunte SES Astra-Satellit auf einem Träger von Arianespace. SES Astra ist der führende Direktsender in Europa ("direct-to-home", DHT) für mehr als 109 Millionen per DHT und Kabel angeschlossene Haushalte. Satelliten der SES Astra -Flotte übertragen 1.864 Stationen von TV und Radio.

Galaxy 17 ist der 45. Intelsat-Satellit auf einer Ariane seit 1983. Mehr als 60 Prozent der heute in Dienst befindlichen Satelliten Intelsats wurden von Europas Träger ins All befördert. Intelsat ist derzeit der weltgrößte Anbieter von festen Satelliten-Services (FSS), die von einer großen Anzahl Kunden einschließlich der weltweit führenden Kommunikations- und Medienunternehmen, global operierenden Konzernen, Internetprovidern und Regierungs-/Militärorganisationen genutzt werden. Credit: ESA

Der Start fand statt am Freitag, 4. Mai, 19:29 Uhr (Kourou Ortszeit) (18:29 Uhr in Washington, DC, 22:29 Uhr UT bzw. am Samstag, 5. Mai 0:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Der Orbiteinschuss erfolgte mit extremer Präzision. Die Parameter für den Orbiteinschuss, 27 Minuten nachdem die Rakete die Rampe verlassen hatte, waren wie folgt: Erzieltes Perigäum: 248.2 km. Ziel-Perigäum: 248.2 km. Erlaubte Abweichung (wären gewesen): ±3 Kilometer.

Erzieltes Apogäum: 35,958 km. Ziel-Apogäum: 35,947 km. Erlaubte Abweichung: ±160 Kilometer. Erreichte Inklination: 5.9 Grad. Ziel-Inklination: 6.0 Grad. Erlaubte Abweichung: ±0.06 Grad.

Das Gesamtgewicht von Satelliten und Nutzlastadapter betrug 9.430 Kilogramm. Das ist womöglich die größte Last, die jemals eine einzelne Rakete in den geostationären Transferorbit gebracht hat. Ganz genau ist das nicht zu erfahren, denn die militärischen Starts der USA mit dem inzwischen nicht mehr im Dienst befindlichen Träger Titan IVB könnten eine ähnliche Nutzlastkapazität gehabt haben. Die US-Airforce hält sich aber mit den Daten dazu bedeckt.
Beim Start in der Freitagnacht war auch ein bekanntes Gesicht im Kontrollzentrum zu sehen: NASA-Administrator Mike Griffin. Um den Jahreswechsel wird eine Ariane 5 das erste europäische Automated Transfer Vehicle zur Internationalen Raumstation senden und Griffin wollte sich persönlich von der Leistungsfähigkeit der europäischen Anlagen überzeugen.

Die nächste Mission einer Ariane 5 wird aber im August stattfinden. Dann soll der amerikanische Breitband-Kommunikationssatellit Spaceway 3 und der japanische BSAT 3A gestartet werden. Dies wird dann der dritte von insgesamt sechs in diesem Jahr geplanten Ariane 5-Starts sein