Header

Kippenhahns SternstundenWer sich für Weltraum interessiert, kennt vermutlich den Namen Rudolf Kippenhahn und weiß um seinen verdienten Ruf in der Wissenschaft. Seine Bücher sind jedoch für jedermann lesbar - auch Laien, die mit Formeln nicht besonders viel am Hut haben.

"Kippenhahns Kosmos" bietet aber zusätzlich eine Menge Insider-Information, die wenig bekannt, aber immer unterhaltsam und interessant ist. Nicht nur bahnbrechende Erkenntnisse. Vor allem viel Menschliches, dessen Faszination man sich nur schwer entziehen kann.

Man liest zum Beispiel staunend, dass Kepler über einen roten Fleck auf Jupiter schrieb. Oder dass Marie Curie nicht die einzige Frau war, die zwei radioaktive Elemente entdeckte. Oder wie Guiseppe "Bepi" Colombo die von den Uranusringen verursachte Abschattung im Zug entdeckte. Für Formelhasser erklärt er gar die berühmte Formel "E=mc2" ohne Formel!

Meine Lieblingsgeschichte als Gelegenheits-Korrekturleserin ist jene über die babylonische Sprachverwirrung. Viele Begriffe, die wir aus dem Englischen importieren, gab es schon vorher in der deutschen Sprache. Das Ergebnis erinnert an die Übersetzungsvorschläge automatisierter Suchmaschinen im Internet. Was zum Beispiel hat man sich unter einem "massiven" Stern vorzustellen? Bei diesem Wort handelt es sich um die Rückübersetzung des deutschen Wortes "massereich" ins Englische: "massive". Diese Sprachverwirrung hat auch schon der bekannte Kolumnist Bastian "Zwiebelfisch" Sick in seiner Kolumne "Leichensäcke aus dem Supermarkt" beklagt.

Das Buch ist in Kurzgeschichten gegliedert, die abgeschlossen sind. Ursprünglich wurden diese in Zeitschriften wie Star Observer oder Astronomie Heute veröffentlicht und danach in einem Buch zusammengefasst. "Keine Zeit" ist daher keine Ausrede für dieses Buch: eine Viertelstunde kann man immer wieder mal erübrigen!


Nox