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Der Orion - Radiant der Orioniden; Credit: StellariumZugegeben, der Oktober ist nicht so kuschelig wie der August. Aber Sternschnuppen gibt es auch in diesem Monat zu beobachten. Es sind die Überreste des großen Kometen, von dem Halley einst behauptete, er würde wiederkehren. Und sie strömen aus einem ganz speziellen Sternbild, nämlich dem Orion. Grund genug für uns, euch nachts hinaus auf die Wiese zu schicken!

Den Höhepunkt erreichen die Orioniden zwischen 19. und 23. Oktober, doch die Fallrate ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Man kann mit 20 bis mehr als 60 Meteoren rechnen. Das bedeutet aber nicht, dass man, wenn man zum Himmel aufschaut, tatsächlich soviele Meteore sieht.

Jeder kennt sicherlich das Phänomen des Sternschnuppenguckens: Man steht in einem Grüppchen beisammen, und zehn seufzen laut: "Oooooooh!", während der Rest der Leute leider mit dem Rücken zur Schnuppe stand. Nur mit Kamera und Fischauge wäre es möglich, tatsächlich alle Leuchtspuren festzuhalten. Mit bloßem Auge kann man bei dunklem Himmel, also außerhalb der Stadt, etwa zehn Sternschnuppen pro Stunde beobachten.

Der Radiant der Orioniden liegt 10 Grad nördlich des Sterns Beteigeuze. Als Radiant bezeichnet man jenen Punkt am Himmel, von dem die Meteore eines Stomes scheinbar gemeinsam ausströmen. Tatsächlich verlaufen die Bahnen der Sternschnuppen eines Stroms fast parallel. Durch die Perspektive laufen parallele Linien jedoch scheinbar in einem Fluchtpunkt zusammen, der in diesem Fall eben im Sternbild Orion liegt, das den Orioniden ihren Namen gibt.

Die Erde kreuzt die Bahn des Halleyschen Kometen übrigens zweimal jährlich, daher gibt es zwei Sternschnuppenströme, deren Teilchen aus dem Kern des berühmten Schweifsterns stammen. Der zweite Strom, die Eta Aquariden, sind alljährlich in der ersten Maihälfte zu beobachten.

Wenig einladend ist die beste Beobachtungszeit: von Mitternacht bis fünf Uhr morgens hat man die besten Chancen Sternschnuppen zu sehen. Der Orion geht Anfang Oktober etwa um Mitternacht auf. Gut zu beobachten ist er erst im Winter, wo er markent und prächtig am Himmel steht und sogar in der Stadt zu sehen ist.

Viel Spaß beim Beobachten der Orioniden!