Politiker beantworten Fragen zur WeltraumpolitikWenige Wochen vor der Wahl befragte das Österreichische Weltraum Forum die wahlwerbenden Parteien und die Mitglieder des parlamentarischen Wissenschaftsausschusses zu ihren Ansichten zum Thema Weltraum. Fünf Fragen wurden gestellt, fünf Fraktionen antworteten.

Österreichische Weltraumaktivitäten - die Sicht der Parlamentsparteien

"Die Antworten bestätigen, dass Raumfahrt eine breite politische Akzeptanz genießt", resümiert ÖWF-Obmann Mag. Gernot Grömer. "Nicht nur praktische Anwendungen wie Erdbeobachtung und Navigation, auch die österreichische Beteiligung an gesellschaftlich langfristig relevanten Themen wie bemannter Raumfahrt werden diskutiert."

Trotz punktueller Abweichungen betonten alle Parteien die Relevanz weltraumbezogener Forschung und Entwicklung, die Notwendigkeit, diese mittel- und langfristig zu stärken, und unterstrichen den wichtigen Beitrag österreichischer Weltraumaktivitäten im europäischen Rahmen. Die folgenden Zitate stellen eine Auswahl von aussagekräftigen Reaktionen der Fraktionen dar:

Österreichische Volkspartei

  • "Wenn es uns gelingt, aktuelle Themen der Weltraumforschung allgemein verständlicher zu präsentieren und damit einen breiteren Kreis in der Bevölkerung anzusprechen, mache ich mir über eine stärkere Dotierung der Weltraumforschung in Österreich und in Europa keine Sorgen."
  • "[Es] wäre ideal, wenn die Weltraumforschung wieder näher bei den Universitäten angesiedelt wäre."
  • "[Es] ist mir auch ein besonderes Anliegen, dass die ESA weiterhin eigenständig bleibt und so ihren kooperativen Weg in die Zukunft sucht."

Sozialdemokratische Partei Österreich

  • "Seit 2002 wurde das technologische und industrielle Potenzial Österreichs in der Raumfahrt entscheidend verbessert."
  • "Die Bedeutung der Raumfahrt für die europäische Integration wurde durch die Verabschiedung einer Europäischen Raumfahrtpolitik im Rahmen des 4. Weltraumrates im Mai 2007 bestätigt, in der die Vision eines starken Raumfahrt in Europa geäußert wurde. Diese orientiert sich an den Bedürfnissen der europäischen Politikfelder und Ziele und leistet dadurch Beiträge zur sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung Europas."

Freiheitliche Partei Österreich

  • "Insbesondere auch im Hinblick auf die gute Performance der österreichischen Industrie in diesem Bereich lohnt es sich von Seiten der öffentlichen Hand alles zu unternehmen, das Niveau weiter anzuheben."
  • "Wichtig wäre auch die Mittel der Raumfahrt samt Anwendungen in einem Ministerium zu konzentrieren."

Die Grünen

  • Zur Frage, ob sich in Zeiten von engen Sozialbudgets überhaupt Ausgaben für Raumfahrt und Weltraumwissenschaften vertreten lassen: "Wenn sie in Konkurrenz stehen, so ist es eine politische Entscheidung (von wem auch immer), sie in Konkurrenz zu stellen."
  • "Da die Forschungsförderung in Österreich [ ] vielfach unterdotiert ist, wird auch im Bereich der Raumfahrt eine Steigerung notwendig werden"

Bündnis Zukunft Österreich

  • "Zur Sicherung dieser Vorteile und der Stellung Östereichs im internationalen Forschungs. Und Wirtschaftswettbewerb stellt eine Erhöhung der Mittel für die Raumfahrt für das BZÖ eine mittel- bis langfristige Notwendigkeit dar."
  • "Investitionen im Bereich F&E stellen einen wesentlichen Konjunkturmotor für die Zukunft dar.[...] Es ist notwendig, langfristig Investitionen in F&E als unverzeichtbare Investition in die Zukunft Österreichs zu sehen und als solche zu sichern."

Alle im Parlament vertreten Parteien antworteten auf diese Befragung. Von den anderen wahlwerbenden Fraktionen (Liberales Forum, Kommunistische Partei Österreichs, Bürgerforum Österreich - Liste Dinkhauser, Rettet Österreich, Die Christen) kamen nach sechs Wochen und mehrmaligem Nachfragen keine Reaktionen.

Die vollständigen Stellungnahmen sind auf der Seite des Österreichischen Weltraum Forums nachzulesen.