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Endeavour CrewDie US-Raumfähre Endeavour kehrte in den frühen Morgenstunden des 1. Juni zur Erde zurück und beendete damit ihre eigene letzte Mission und die vorletzte des gesamten Shuttle-Programms. Das jüngste Mitglied in der kleinen NASA-Flotte bemannter Raumfahrzeuge setzte um 8:34 Uhr (2:34 Uhr nachts in Florida) auf der Rollbahn des Kennedy Space Centers auf und beendete damit die 134. Mission des Shuttle-Programms seit dessen Beginn im April 1981.

Am Steuer der Endeavour waren Kommandant Mark Kelly und Pilot Gregory Johnson. Sie steuerten die Fähre aus dem nächtlichen Himmel über Florida auf die ins Flutlicht getauchte Landebahn. Mit ihnen an Bord waren die US-Astronauten Michael Fincke, Gregory Chamitoff und Andrew Feustel sowie der italienische ESA-Astronaut Robert Vittori.

Mit der erfolgreichen Landung wurde eine äußerst erfolgreiche, nahezu 16 Tage dauernde  Mission erfolgreich beendet. Hauptaufgabe dieses Einsatzes war es, ein komplexes physikalisches Instrument, das "Alpha Magnetic Spectrometer 2", an der ISS zu installieren. Zusätzlich wurde noch eine große Menge an Versorgungsgütern zur Station gebracht. Des Weiteren führte die Besatzung der Raumfähre vier Außenbordeinsätze zur Wartung der Station durch. Insgesamt war die Endeavour 11 Tage, 17 Stunden und 41 Minuten an der ISS angedockt gewesen.

Nach der Landung erfolgte die übliche Walk-Around Zeremonie, bei der die Astronauten sich unter die Menge mischen und mit der Presse sprechen. Der Kommandant gibt dabei ein offizielles Statement ab. Fünf der sechs Astronauten hatten dabei offensichtlich keine Probleme, Greg Chamitoff musste aber dabei gestützt werden. Es ist normal, dass Astronauten nach mehr als zwei Wochen im Weltraum bei der Rückkehr unter Schwindel und leichten Kreislaufproblemen leiden. Insbesondere große Astronauten haben diese Symptome (die schon nach wenigen Stunden abklingen) und so bleibt der eine oder andere nach der Landung dieser Zeremonie fern. Chamitoff wollte aber auf jeden Fall dabei sein, und stützte sich breit grinsend auf zwei seiner Kameraden.

Die Endeavour wird nun ihre letzte Bestimmung als Ausstellungsstück des "California Science Center" in Los Angeles finden.

Beim Walk-around der STS 134-crew waren auch Christopher Ferguson, Douglas Hurley,  Rex Walheim und Sandra Magnus anwesend. Diese vier bilden die Besatzung des definitiv letzten Shuttle-Fluges mit der Raumfähre Atlantis. Dieser abschließende Flug des Shuttle-Programms, die Mission STS 135, soll am 8. Juli beginnen.

Die Endeavour war seinerzeit als Ersatz für die Challenger gebaut worden, die 1986 beim Start explodiert war. Ihren Erstflug erlebte sie im Mai 1992. Dabei wurde gleich ein Rekord aufgestellt, der bis heute ungebrochen ist: Bei diesem Flug, der Rettungsmission für den gestrandeten Kommunikationssatelliten Intelsat 6, waren zum ersten und einzigen Mal drei Astronauten gleichzeitig bei einem Außenbordeinsatz im Weltraum. Bei der Mission STS 118 flog Barbara Morgan mit der Endeavour. Morgan war am 28. Januar 1986 die Ersatzfrau für Christa McAuliffe gewesen, die bei der Challenger-Katastrophe ums Leben kam.

Insgesamt führte die Endeavour während ihres Einsatzlebens 25 Missionen durch. Das ist die die geringste Zahl der nach den Unfällen der Challenger und der Columbia verbliebenen drei Orbiter. 12 dieser Flüge gingen zur Internationalen Raumstation.

Die Endeavour brachte 1998 „Unity“ in den Orbit, das erste US-Modul der Internationalen Raumstation. Danach transportierte sie die großen Strukturelemente, Solargeneratoren, das Tranquillity-Modul und die Cupola. Insgesamt legte die Endeavour bei ihren Flügen fast 200 Millionen Kilometer zurück, umkreiste 4.671mal die Erde und verbrachte 299 Tage im Weltraum.

Endeavours Landung war die 25. Nachtlandung des Shuttle-Programms. Dieser Flug machte Mike Fincke zusätzlich zum US-Astronauten mit der längsten kumulierten Aufenthaltszeit im Orbit, nämlich 382 Tage bei insgesamt drei Raumflügen.

Fast zur gleichen Zeit, als die Endeavour ihre letzte Landung unternahm, wurde die Raumfähre Atlantis ein letztes Mal zur Startrampe gefahren. Dieses Ereignis wurde von einer großen Anzahl von Angestellten des Kennedy Space Centers begleitet. Für eine große Zahl von ihnen war es ein trauriger Anlass: Viele von ihnen werden in Kürze entlassen werden.

Astra  

Landung