Die US Space Force benennt ihre Navigationssatelliten stets nach Persönlichkeiten, die sich um Entwicklungen oder Pionierleistungen in der Raumfahrttechnik verdient gemacht haben. Im Falle des Navigationssatelliten GPS III-10, der am 21. April gestartet wurde, war dies die Hollywood-Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr (1914 – 2000). Die technologischen Leistungen Lamarrs wurden lange Zeit von ihren Erfolgen als Schauspielerin überdeckt und fanden erst spät ihre volle Anerkennung. Das von ihr und George Antheil entwickelte und 1941 patentierte Frequenzsprungverfahren bildete die Grundlage für die spätere Spread-Spectrum-Kommunikationstechnologie wie sie heute unter anderem auch in militärischen Navigationssatelliten eingesetzt wird.

Der Liftoff erfolgte um 8:53 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 40 der Cape Canaveral Space Force Station. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Falcon 9 von SpaceX eingesetzt. Um die Transferbahn mit einem Perigäum von 388 Kilometern, einem Apogäum von 20.201 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 55 Grad zu erreichen, waren zwei Brennmanöver der zweiten Stufe notwendig. Eine Stunde, 29 Minuten und 19 Sekunden nach dem Liftoff gab sie den Satelliten frei.

Der Satellit sollte eigentlich mit einer Vulcan der United Launch Alliance gestartet werden, doch aufgrund von Anomalien beim Betrieb der Feststoffbooster bei zwei vorausgegangenen Missionen dieses Trägers stand diese Rakete nicht zur Verfügung und wurde kurzfristig durch die zuverlässige Falcon 9 ersetzt.

Zur Unterstützung der Mission wurde der Booster 1095 verwendet, der damit seinen siebten Einsatz absolvierte. Ihren Erstflug absolvierte diese Stufe am 21. Mai vergangenen Jahres beim Start der Starlink-Gruppe 12-15. Die Einheit landete acht Minuten und 34 Sekunden nach Missionsbeginn auf dem autonomen Bergungsschiff Just Read The Instructions, das etwa 600 Kilometer östlich des Startortes im Atlantik stationiert war. Für das Bergungsschiff war es der letzte Einsatz für die Landung einer Falcon 9-Erststufe. Die Barke wird nach einer Modifikation zukünftig im Starship-Projekt eingesetzt. Insgesamt hat sie 156 landende Booster aufgenommen.

Nach diesem Einsatz sieht die Startübersicht des Jahres 2026 wie folgt aus:

  1. USA: 53 (davon SpaceX: 47). 1 Fehlschlag (New Glenn)
  2. China: 23. 3 Fehlschläge (Langer Marsch 3B/E, Ceres 2, Tianlong-3)
  3. Neuseeland: 5
  4. Russland: 6
  5. Indien: 1. 1 Fehlschlag (PSLV XL)
  6. Europa: 1
  7. Japan: 1. 1 Fehlschlag (KAIROS)
  8. Deutschland: 0.
  9. Australien: 0.
  10. Israel: 0
  11. Südkorea: 0

Die Statistik der eingesetzten Startplätze stellt sich wie folgt dar:

  1. Cape Canaveral/Kennedy Space Center: 29 (28/1)
  2. Vandenberg Space Force Basis: 24
  3. Jiuquan: 9
  4. Mahia: 5
  5. Wenchang: 4 (institutionell 1/kommerziell 3)
  6. Plessezk: 4
  7. Taiyuan: 3
  8. Dongfanghang Tiangang: 3
  9. Xichang: 2
  10. Baikonur: 2
  11. DeFu-15001: 1
  12. Guyana Space Centre: 1
  13. Satish Dhawan: 1
  14. Tanegashima: 0
  15. Andøya: 0
  16. Wostotschnij: 0
  17. Bowen Orbital Spaceport: 0
  18. Palmachin: 0

Bild: Hedy Lamarr. Quelle: GSCMA