Foto: Naturhistorisches Museum WienEinmal Sterne mit Planeten bitte!

Hätten Sie sie gerne digital oder optomechanisch?

Diese Frage können sich BesucherInnen und WienerInnen ab diesem Herbst stellen, denn das Naturhistorische Museum Wien (NHM) feiert heuer seinen 125. Geburtstag und macht sich (und uns) ein besonderes Geschenk:
  
Foto: NHM Wien

Ein digitales Planetarium mit 60 Sitzplätzen. Am 26. September soll das Sternentheater mit Fulldomeprojektion in Betrieb gehen.

Im Unterschied zu Sternwarten verfügen Planetarien über den Vorteil, dass der Sternenhimmel auch tagsüber und bei jeden Wetter gezeigt werden kann-als naturgetreue Projektion in einem Kuppelsaal.

Damit erhält Wien sein zweites Planetarium nach dem Zeiss Planetarium Wien im Wiener Prater. Dieses wurde 2002 wesentlich umgestaltet und verfügt über den Sternenprojektor Universarium 9 von Karl Zeiss Jena, der mit Glasfasertechnik den Himmel sehr naturgetreu an die Kuppelinnenwand zaubert.

Somit haben nun alle, die in Wien leben oder die historische Stadt besuchen, die Möglichkeit, den Himmel auf zwei sehr unterschiedliche Arten kennen zu lernen und zu genießen.

Ob sich daraus eine Konkurrenz zwischen den beiden Häusern entwickelt, bleibt abzuwarten, scheint aber ob der unterschiedlichen Ausstattung der Planetarien und ihrer thematischen Ausrichtung eher unwahrscheinlich.

Zeiss Planetarium Wien vs(?) Planetarium im NHM

Im Zeiss Planetarium Wien finden bis zu 200 Menschen Platz, die Projektion besticht durch die wirklich punktförmige Darstellung der Sterne, die auch noch funkeln. Ergänzt wird die Projektion durch Animationen, die mit einem Laserprojektor eingespielt werden.

Eine Fulldomeprojektion bietet das Zeiss Planetarium Wien derzeit nicht, hier zeigt das Naturhistorische Museum also etwas-in Wien-Neues. Fulldome bringt zwar die Sterne nicht auf den Punkt, lässt aber den Film buchstäblich rund um die Besucher ablaufen. Zudem kann mit Fulldomeprojektion fast alles visualisiert werden.

Das NHM hat bereits angekündigt, dass es sich bei den Vorführungen nicht nur auf die Astronomie beschränken möchte, sondern auch allen anderen Themen des Museums Raum geben wird. Geplant sind daher auch Vorführungen über Prähistorik, Saurier, Tiefsee, um einige zu nennen.

Neben den Fulldome-Filmen werden auch live moderierte Vorführungen angeboten werden, ein Konzept, das sich im Planetarium Wien bereits sehr bewährt hat, nicht zuletzt Dank des wortgewandten und unterhaltsamen Direktors, Werner Gruber, der oft genug selbst die Sterne tanzen lässt.

Ab September ist Wien also um ein weiteres Sternentheater reicher, das uns die Geheimnisse des Kosmos auf spannende Weise näherbringen wird.

Ich freu' mich drauf.