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Rover YutuAm 14. Dezember, um 14:11:19 Uhr mitteleuropäischer Zeit landete die chinesische Mondsonde Chang`e 3 auf der Oberfläche des Erdtrabanten. Das Landegebiet liegt im „Mare Imbrium“, dem Meer des Regens. Damit besucht erstmals seit dem August 1976 wieder ein Landefahrzeug die Oberfläche des Erdtrabanten. China ist nach der ehemaligen Sowjetunion und den USA erst das dritte Land weltweit, dem diese Raumfahrt-Leistung gelingt. Zuvor hatte China in den Jahren 2007 und 2010 zwei Orbitsonden zum Mond gesendet.

Huckepack auf dem Lander befindet sich der Rover Yutu, der die Umgebung des stationären Landers erkunden soll. Der ist mit einem Teleskop von 150 mm Öffnung, einer Kamera für den extremen Ultraviolettbereich sowie weiteren hochauflösenden Weitwinkel- und Teleobjektivkameras ausgerüstet, um seine Umgebung, die Plasmasphäre der Erde und ferne Objekte in unserer Galaxie zu erforschen.

Der Rover Yutu verfügt über eine (Erd-) Masse von etwa 140 Kilogramm und ist ebenfalls mit einer ganzen Anzahl von Kameras ausgerüstet. An Bord befindet sich außerdem ein Radar, mit dem er die Bodenbeschaffenheit bis in eine Tiefe von 100 Metern erkundet werden kann. Ein Infrarot-Spektrometer und ein Röntgenspektrometer können die chemische Zusammensetzung des Bodens vor dem Fahrzeug ermitteln. Eine Mikroskop-Kamera und ein Laserreflektor komplettieren die wissenschaftliche Ausrüstung.

Die Landezone liegt nicht wie ursprünglich angekündigt in der Regenbogenbucht des Mare Imbrium sondern etwa 100 km östlich davon. Der Landepunkt wurde vorläufig mit 44,12 Grad nördlicher Breite und 19,51 Grad westlicher Länge identifiziert. In der Nähe des Landers befindet sich eine Vielzahl kleinerer Krater mit Durchmessern von einigen Metern bis etwa zwei Kilometern. Der nächste große Krater ist Laplace F,  der etwa 40 Kilometer nördlich des Landegebietes liegt. Das dürfte zu weit entfernt sein, um von dem kleinen Rover erreicht werden zu können.

In den Stunden nach der Landung wurden die Systeme der Landesonde und des Fahrzeugs überprüft und in Betrieb genommen. Neun Stunden nach der Aufsetzen wurde der Rover mitsamt seiner Rampe von der Oberseite des Landers herunter gelassen. Danach konnte Yutu selbstständig agieren.