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Der US-Astronaut Scott Kelly und der russische Kosmonaut Michael Kornienko beendeten am 2. März nach 340 Tagen Aufenthalt in der Internationalen Raumstation ihre Mission mit einer sicheren, aber wie üblich ziemlich harten, Landung in der Steppe Kasachstans. Ihr Raumschiff Sojus TMA-18M, gesteuert vonSergei Wolkow, hatte um 2:02 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Außenposten abgelegt. An Bord der ISS blieben der Kommandant der Expedition 47, der US-Astronaut Timothy Kopra, der europäische Astronaut Tim Peake und der russische Kosmonaut Juri Malenchenko zurück.

Um 4:32 Uhr feuerte eines der beiden Haupttriebwerke der Sojus für einen Zeitraum von viereinhalb Minuten und bremste damit das Schiff um etwa 460 Kilometer pro Stunde ab. Das reichte aus, um das Raumfahrzeug nach einer weiteren halben Erdumkreisung in die oberen Ausläufer der irditschen Lufthülle zu bringen, und damit die atmosphärische Abbremsung einzuleiten. Die Landung erfolgte schließlich um 5:26 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Alle drei Crew-Mitglieder zeigten sich nach ihrer Rückkehr in guter Verfassung. Kelly und Kornienko hatten während der 340 Tage, acht Stunden und 42 ihrer Mission die Erde 5.440 mal umkreist und dabei eine Strecke von 232 Millionen Kilometer zurückgelegt. Wolkow war erst im September zur Besatzung der ISS gestoßen. Er hatte bei dieser Mission insgesamt 182 Tage im Weltraum verbracht.

In seinen insgesamt vier Raumflügen hat Kelly damit eine Gesamtzeit von 520 Tage im Weltraum angesammelt. Er ist damit der US-Astronaut mit der größten Weltraumerfahrung. In der „Weltrangliste“ ist er damit aber nur auf Rang 17. Alle vorderen „Ränge“ werden von russischen Kosmonauten belegt. Michael Kornienko hat insgesamt 516 Tage aus zwei Raumflüge kumuliert und Wolkow aus drei Flügen 548 Tagen (was ihn auf Platz 10 bringt).

Der Aufenthalt von Kelly und Kornienko auf der Internationalen Raumstation war doppelt so lange, wie üblicherweise. Während schon die Crews mit „normaler“ Aufenthaltsdauer ein intensives medizinisches Programm nach ihrer Rückkehr absolvieren müssen, wird das für die beiden Langzeitraumfahrer noch viel ausführlicher stattfinden. Dabei sollen medizinische Daten für Langzeitraumflüge wie beispielsweise für bemannte Mars-Missionen gewonnen werden.

Besonders unterstützt wurde der Flug durch Scott Kelleys Zwillingsbruder Mark, der ebenfalls Astronaut war und der sich für Vergleichsuntersuchungen mit seinem Bruder Scott zur Verfügung gestellt hat. Scott und Mark Kelly sind eineiige Zwillinge. Die NASA verfügt von beiden über ein umfangreiches medizinisches Register aus den insgesamt acht Raumflügen, die beide absolviert haben. Wichtig ist auch, dass mit Mark Kelly bei dieser Mission eine fast genetische „Kopie“ von Scott Kelly auf der Erde zurückblieb und deshalb vergleichende Untersuchungen angestellt werden können.

Während die Mission für die NASA einen Rekord darstellt, bleibt sie damit immer noch weit hinter den Leistungen zurück, welche russische Kosmonauten schon zu Zeiten der Raumstation Mir erreichten. Wladimir Titow und Musa Manarow beispielsweise waren bei einer einzelnen Mission gemeinsam 366 im Weltraum, Sergei Afdejew verbrachte bei einem Flug 380 Tage an Bord der Mir und Valeri Poljakow sogar 438 Tage.

Bild: Scott Kelly unmittelbar nach der Landung. Credit: NASA