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 Sonnenuntergang;  Credit & Copyright: Murray Alexander Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der dreizehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Die Poesie eines Sonnenuntergangs ist gewaltig. Wenn sich die letzten Stunden des Nachmittags nähern und die Sonne tiefer sinkt über dem Meer (vergesst nicht, für einen Römer geht die Sonne hinter dem Meer unter), wird das Licht milder und der Schatten der Dinge länger.

Weiterlesen: Römische Elegien XIII: Occasus

Merkur, Götterbote, Gott der Händler und Diebe Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der zwölfte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Der Wandelstern Merkur ist ein komischer Zeitgenosse. In diesen Tagen kann man ihn in der Abenddämmerung über dem Meer sehen, bevor es richtig dunkel wird. Ich habe wenig Zeit, bis nach Ostia zu fahren, aber ich erspähe den Punkt auch vom imperialen Rom aus. Ich habe ihn sogar Kaiser Augustus gezeigt, vorgestern.

Weiterlesen: Römische Elegien XII: Mercurio

Das Argóschiff, Gemälde von Lorenzo Costa d. Ä. (16. Jh.) Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der elfte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Im letzten Brief erwähnte ich beiläufig das Schiff der Argonauten. Seitdem höre ich immer wieder die Ruderschläge, die ins Wasser der Ägäis krachen, und ich sehe Jason am Bug stehen. Dem modernen Himmel fehlt ein herrlicher Mythos, seit dieses Sternbild demontiert wurde. In der Antike leuchtet es noch, und mit ihm seine Geschichte.

Weiterlesen: Römische Elegien XI: Argo Navis

NASA/JPL Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der zehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Seit zwei Tagen schon regnet es in heftigen Intervallen, und der Himmel über Rom, caput mundi, ist schwer und wolkenverhangen. Ich sitze in der Schreibstube des Palastes des Augustus. Von hier, vom Palatin aus (von dem sich übrigens das Wort Palast ableitet), hat man einen herrlichen Blick über das Forum, auch an solchen grauen Tagen. Und es kommt mir der Gedanke, dass Wolken und Niederschlag mehr sind als die natürlichen Feinde der Sternkunde.

Weiterlesen: Römische Elegien X: Nubifer

Credit und Bildrechte: Jerry Lodriguss (Catching the Light) Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der neunte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Als ich vor kurzem abends über das Forum spazierte, schien der Vollmond halbhoch aus südöstlicher Richtung. Sein silbernes Licht ließ alle Gebäude und Säulen Schatten werfen, den Tempel des Saturn, das Heiligtum der Venus Cloacina, die Curia, nicht aber das gewaltige Colosseum am Fußende des Forums, denn das gibt es noch nicht. Das wird Vespasian erst in sechzig Jahren bauen lassen.

Weiterlesen: Römische Elegien IX: Lux noctis

Credit: Stellarium 0.8.2 (http://www.stellarium.org) Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der achte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

An den ersten Märzabenden kann man die Sterne des Winters und die des Frühlings gleichzeitig sehen. Das reiche Funkeln des Winterhimmels verschiebt sich nach Westen, und es ist Zeit, sich von einem der schönsten Sterne zu verabschieden: Aldebaran im Sternbild Stier.

Weiterlesen: Römische Elegien VIII: Vigilia

Faunus Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der siebente Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Das Ende des Monats Februar naht. Februus war bei unseren etruskischen Vorfahren die Gottheit der Reinigung. Wir Römer haben uns da angehängt. Die Gottheit hilft den Körper bei Krankheiten zu reinigen. Ist praktischer Weise auch Gottheit der Toten. Hat natürlich auch eigene Tempel, derer gleich drei, am Palatin, Esquilin und am Vicus Longus. Zu Ehren Febris’ feiern wir die Februalia, die mit den berühmten Lupercalia zusammenfallen, die wiederum Faunus geweiht sind. Es ist nicht so einfach für einen homo modernus da durchzublicken.

Weiterlesen: Römische Elegien VII: Februus et Faunus

John William Strutt, 3. Baron von Rayleigh Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der sechste Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Es weht der Tramontana. Der kalte Wind von Norden fegt über Latium und Rom, die größte Stadt des ganzen Erdkreises. Uns ist bis auf die Knochen kalt an solchen Tagen im Februar, und doch wärmt die Sonne unsere Gemüter. Der Tageshimmel ist klar und leuchtend blau und verheißt sternklare Nächte.

Weiterlesen: Römische Elegien VI: Caeruleus

Venus im sichtbaren Licht; Credit: NASA Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der fünfte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Ihr werdet es nicht glauben, ich bin baden gegangen. Ein paar Tagesreisen von Rom entfernt liegt Saturnia mit seiner heißen Quelle. Eine Wohltat! Da sprudelt schwefelhaltiges Wasser beständig aus den Tiefen der Erde, achthundert Liter in einer einzigen Sekunde, gestern ebenso wie heute (und morgen).

Weiterlesen: Römische Elegien V: Sulphuris