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"Anbetung der Heiligen Drei Könige" von Giotto di Bondone, Cappella degli Scrovegni Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der neunzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

In Patavium, Heimatstadt meines alten Freundes Livius – ab urbe condita, der gelehrte Leser versteht diesen Hinweis – steht seit dem ersten Heiligen Jahr im Mittelalter eine Kapelle. Dort zaubert der große Maler Giotto zwei Jahre lang Fresken an die Wände, die Jahrhunderte später immer noch leuchten werden. Die gemalten Szenen werden von einem tiefblauen, sternübersäten Himmel überwölbt. Das Blau ist betörend. Eine Kostbarkeit. Da macht es nichts, dass der echte Nachthimmel schwarz ist.

Weiterlesen: Römische Elegien XIX: Lapis lazuli

Astronomers do it at night Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der achtzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Der Astronom ist ein Nachtmensch. Einer jener Zeitgenossen, die die Dunkelheit suchen, sich in einen grauen Mantel hüllen, einsame Stunden zählen. Der Astronom gehört zur Gruppe der Nachtvögel. Gemeinsam mit den Dieben, den Nachtwächtern, den Dirnen und den Wirten kennt er die andere Hälfte des Tages besser. Jedenfalls in der Antike.

Weiterlesen: Römische Elegien XVIII: Noctuabundus

Leonardo da Vinci; nach Vitruvius Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der siebzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Marcus Vitruvius ist den wenigsten von euch ein Begriff, da mache ich mir nichts vor. Zwar kennt ihr ihn alle, aber nicht beim Namen, und schon gar nicht persönlich. War er ein berühmter Astronom der Antike? Hat er einen kosmischen Mythos erzählt? Habt ihr was verpasst? Ihr seid natürlich entschuldigt, ihn nicht zu kennen. Er war Architekt, weiter nichts.

Weiterlesen: Römische Elegien XVII: Vitruvius

Uranographia; Credit: Johann Elert Bode Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der sechzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Heute möchte ich verwirren. Dazu eignet sich eine Komposition aus griechischer Mythologie, vermischt mit ägyptischer Tradition, römischer Geschichte, mittelalterlicher Rezeption und ein paar Namensgleichheiten. Darauf legen wir noch ein Sternbild, das einmal existierte und ein anderes mal wieder nicht, eine dänische Goldnase und einen unscheinbaren Nordpol. Fertig.

Weiterlesen: Römische Elegien XVI: Coma Berenices

KompassroseSalve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der fünfzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Das Zitat dieses Briefes stammt von Gnaeus Pompeius, dem Großen. Als man ihn  geköpft hat, weil ihm die Macht zu Kopf gestiegen war, war ich gerade erst geboren. Das Zitat ist auch nur ein halbes, und eigentlich geht es mir um die erste Hälfte: Navigare necesse est! Seefahrt tut not. Und die Navigation mit Hilfe der Sterne ist einer der edelsten Nutzen der Himmelsbeobachtung.

Weiterlesen: Römische Elegien XV: Vivere non est necesse

AntipodenSalve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der vierzehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Am anderen Ende der Welt ist alles verkehrt. Die Wolken hängen nach unten, die Flüsse fließen bergauf und Tag ist Nacht. In der Antike glauben viele Gelehrte schon an die Kugelgestalt der Erde. Aber die haarsträubenden Konsequenzen einer solchen Ungeheuerlichkeit sind umstritten.

(Bild: Kirchenvater Augustinus (links) predigt der Menschheit: Die Darstellung aus dem 15. Jahrhundert zeigt auch Antipoden, Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel)

Weiterlesen: Römische Elegien XIV: Antipodes

 Sonnenuntergang;  Credit & Copyright: Murray Alexander Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der dreizehnte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Die Poesie eines Sonnenuntergangs ist gewaltig. Wenn sich die letzten Stunden des Nachmittags nähern und die Sonne tiefer sinkt über dem Meer (vergesst nicht, für einen Römer geht die Sonne hinter dem Meer unter), wird das Licht milder und der Schatten der Dinge länger.

Weiterlesen: Römische Elegien XIII: Occasus

Merkur, Götterbote, Gott der Händler und Diebe Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der zwölfte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Der Wandelstern Merkur ist ein komischer Zeitgenosse. In diesen Tagen kann man ihn in der Abenddämmerung über dem Meer sehen, bevor es richtig dunkel wird. Ich habe wenig Zeit, bis nach Ostia zu fahren, aber ich erspähe den Punkt auch vom imperialen Rom aus. Ich habe ihn sogar Kaiser Augustus gezeigt, vorgestern.

Weiterlesen: Römische Elegien XII: Mercurio

Das Argóschiff, Gemälde von Lorenzo Costa d. Ä. (16. Jh.) Salve Spacefreak, Ave Astronom, dies ist der elfte Brief aus dem alten Rom. Man nennt mich Marcus Tullius Astrum, Sterndeuter am Hof des Augustus, und ich begleite euch durchs astronomische Jahr.

Im letzten Brief erwähnte ich beiläufig das Schiff der Argonauten. Seitdem höre ich immer wieder die Ruderschläge, die ins Wasser der Ägäis krachen, und ich sehe Jason am Bug stehen. Dem modernen Himmel fehlt ein herrlicher Mythos, seit dieses Sternbild demontiert wurde. In der Antike leuchtet es noch, und mit ihm seine Geschichte.

Weiterlesen: Römische Elegien XI: Argo Navis