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 Von Sebastien Hadjadj (Mitglied der PTS)

 

Liebe Interessenten und Enthusiasten der Raumfahrt,

viele von Ihnen haben wahrscheinlich schon von dem seit 2007 laufenden Google Lunar X Prize Wettbewerb gehört.

Im Rahmen der Mission von Apollo 17 im Dezember 1972 betraten die letzten Menschen den Mond. Danach wurden die Expeditionen, nicht zuletzt auch wegen der immensen Kosten, nicht mehr weitergeführt. Staatliche Raumfahrtbehörden verfolgen mittlerweile aber wieder zunehmend das Ziel erneut Menschen zu weiter entfernten Zielen als der ISS zu entsenden.

Ohne Frage, die Gedankenspiele um Mars und die Asteroiden sind spannend und ehrgeizig, aber die Umsetzung durch staatliche Institutionen erfordert immense Kosten, die wiederum ein zeitliches Hindernis aufbauen. Dieses finanzielle Handicap bremst Innovation und Entdeckergeist. Es fehlt sicher nicht an Ideen, sondern bislang an der monetären Umsetzbarkeit. Private Unternehmen wie beispielsweise Space X sind heute bereits feste Partner der Raumfahrtbehörden. Diesen Unternehmen gelingt es Wissenschaftler und Ingenieure zu Höchstleistungen zu inspirieren und die Realisierung von Raumfahrtvorhaben kostengünstiger zu gestalten. Das ist auch der Punkt, an dem der Lunar Google XPRIZE ansetzt.

Durch das Schaffen monetärer Anreize in Höhe von insgesamt 30 Millionen Dollar soll der Wettbewerb dafür sorgen, dass eine neue Ära des erschwinglichen Zugangs zum Mond und darüber hinaus geschaffen wird. Der Grundgedanke war, mit vergleichsweise geringen Kosten innovative Leistung zu erbringen, um zu beweisen, dass großartige Innovationen nicht grundsätzlich unbezahlbar sein müssen, sondern erreichbar sind. (Bild rechts: Zwei Audi Quattros: Der Audi A5 2.0 T Quattro und der Audi Lunar Quattro).

Voraussetzung für den Gewinn des Wettbewerbs ist es, einen privat finanzierten Rover auf dem Mond zu landen, diesen 500 Meter weit fahren zu lassen und Videos und Bilder auf die Erde zu übertragen. Zwischen 2007 und 2010 waren 29 Teams aus 16 Ländern gemeldet. Heute sind es noch 16 Teams aus 13 Ländern.

Das Berliner Team „Part Time Scientists“ gehört mittlerweile zum kleinen Kreis der Favoriten. Das Team besteht aus rund 70 Mitgliedern aus drei Kontinenten. Sie können bereits mit Stolz auf den Gewinn von zwei Google X Prize-Meilensteinpreisen, den Mobility Prize (500.000 $) und den Imaging Prize (250.000 $) zurückblicken.

Alina Lander der Part Time ScientistsErfolg bringen sollen „ALINA“ (Autonomous Landing and Navigation Module), ein Lander, der auch zum Orbiter umfunktioniert werden und eine Nutzlast von insgesamt 100 kg transportieren kann und der „Audi lunar quattro“, der in Kooperation mit dem Technologiepartner Audi entwickelte Mondrover. ALINA soll gleich zwei der Rover auf dem Mond absetzen. So können die Rover einander auf dem Mond fotografien, aber noch wichtiger ist, so wird eine Risikominimierung für die Nutzlasten der zahlenden Kunden herbeigeführt. Ein Konzept, das aufgehen könnte – nicht nur für den ausgeschriebenen Wettbewerb mit dem alles begann. (Bild links: der ALINA-Lander setzt den Audi Lunar Quattro ab).

Im Juni 2016 gewannen sie außerdem den bronzenen Löwen beim Cannes Lions International Festival of Creativity für ihre Medienkampagne. Die Cannes Löwen werden mittlerweile als kreatives Gegenstück zu den Oscars betrachtet.

Bis zum avisierten Start Ende 2017 bleibt es eine große Herausforderung, eine Vision und ein erklärtes Ziel. Ich lade Sie ein der Faszination zu folgen. Bei den Part Time Scientists und bei Audi.

 

Zum Autor:

Sebastien Hadjadj

Geboren am 17.09.1995 in Berlin

Studium der Physik seit Oktober 2013 an der Freien Universität Berlin.

Sagt über sich: Seit meiner Kindheit faszinieren mich die Naturwissenschaften. Schon während meiner Schulzeit nutzte ich jede Gelegenheit zum Besuch wissenschaftlicher Vorträge der Physik und der Astronomie. Mein besonderes Interesse gilt der Raumfahrt. Raumfahrt und Physik sind für mich eine untrennbare Kombination. Meine berufliche Zukunft sehe ich in der Raumfahrt.

Globular Cluster, NASAForscher des Argelander-Instituts für Astronomie der Universität Bonn haben ein Modell entwickelt, das die merkwürdige Altersstruktur schwerer Kugelsternhaufen erklären kann. Kugelsternhaufen enthalten viele tausend Sterne. Dabei kommen in großen Exemplaren verschiedene Sterngenerationen vor, die einen deutlichen Altersunterschied aufweisen.
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Planeten um fremde Sterne hat man ja mittlerweile schon zu Hauf gefunden. Nun gibt es offenbar erstmals eine Möglichkeit, mit Hilfe einer ausgefeilten Methode auch Planeten  in anderen Galaxien nachzuweisen. Möglicherweise ist der erste Kandidat bereits entdeckt - in der über zwei Millionen Lichtjahre entfernten Andromedagalaxie.
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M45 Braune Zwerge bilden offenbar eine eigene Klasse von Himmelsobjekten. Bonner Astronomen untersuchten die Massen von Mitgliedern junger Sternhaufen und fanden heraus, dass die verhinderten Sterne anders entstehen müssen als ihre massereichen Verwandten. Der Sternentstehungsprozess in Sternhaufen ist offenbar komplizierter als angenommen.

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 Der Halo unserer Milchstraße wird nicht nur von Kugelsternhaufen und (bisher noch nicht entdeckter) Dunkler Materie bevölkert, sondern auch von gewaltigen Schleifen  durchzogen – den Sternströmen. Ergebnisse einer Himmelsdurchmusterung, des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) zeigen, dass es weit mehr dieser Ströme gibt als bisher bekannt war. Auf einer Tagung in Chicago stellten Astronomen nun ihre Beobachtungen vor.

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