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Swiss CheeseSwiss Space Systems, oder kurz S3 (wir berichteten kürzlich an dieser Stelle) ist das einzige europäische Unternehmen der privaten Raumfahrt, das Chancen hat, es in absehbarer Zeit auch in eine realistische und professionelle Hardware-Phase zu schaffen (sorry ARCA). Was dem Umstand geschuldet ist, dass die Firma im sowohl technikaffinen wie regulierungsfreundlichenSchweizer Biotop beheimatet ist. CEO Pascal Jaussi unterzeichnete jetzt eine Zusammenarbeits-Vereinbarung mit den russischen Raumfahrtfirmen RKK Energia und JSC Kuznetsov, nachdem zuvor schon eine ähnliche Vereinbarung mit dem Staatlichen Technischen Universität «N.E. Bauman» in Moskau ratifiziert wurde.

Statt Satelliten mit teuren, dreistufigen Raketen ins All zu schießen, die nach einmaligem Gebrauch ins Meer stürzen, will S3 die Satelliten mit einer Kombination aus einem Airbus und suborbitalen Shuttle namens SOAR in die Umlaufbahn transportieren. Airbus und SOAR genannt können vielfach verwendet werden, und ohne kostspielige Startbasis von fast überall starten. Der Airbus dient als erste Stufe, der Shuttle bildet Stufe zwei. Für den endgültigen Bahneinschuss der Nutzlast wird SOAR eine dritte Stufe aussetzen, an dessen Spitze sich der oder die Satelliten im Gesamtgewicht von maximal 250 Kilogramm befinden.

Der Shuttle löst sich dabei in einer Höhe von 10 Kilometern vom Airbus. Dann beschleunigt er auf eine Geschwindigkeit von zwei Kilometern pro Sekunde und erreicht eine Höhe von 80 Kilometern. Dort setzt er die dritte Stufe mit dem Satelliten aus, der dann in eine Erdumlaufbahn einfliegt. Shuttle und Airbus kehren dann zu Erde zurück, die dritte Stufe ist ein Verbrauchsgerät.

Kuznetsovsoll das Raketentriebwerk für den SOAR bereitstellen (der von S3 entwickelt und gebaut wird), von Energia soll die komplette dritte Stufe einschließlich des Triebwerks kommen. Beide Antriebseinheiten sollen mit Kerosin als Treibstoff und flüssigem Sauerstoff als Oxidator arbeiten.

Derzeit ist bei S3 gerade derPreliminary Design Review (PDR) in Vorbereitung. Danach wird der so genannte Critical Design Review (CDR) als nächster Meilenstein in Angriff genommen, der im nächsten Jahr absolviert werden soll. Ab 2015 wird auch mit der Hardware-Produktion begonnen. S3 will 2017 will S3 mit Testflügen beginnen und 2018 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.