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LandungSpaceX hat nun alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission am 17. März werden erstmals Landebeine zum Einsatz kommen. Der Landeversuch wird - schon aus Sicherheitsgründen - weit vor Cape Canaveral im Atlantik erfolgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Wasser fischt ist dabei gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg nur auf etwa 30 Prozent.

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission normal verlaufen, wie jeder andere Satellitenstart auch, sieht man davon ab, dass erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine Trägerrakete Landebeine mitführt. Die sind in der ersten Phase des der Mission noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.

Die Serie der Manöver, die letztendlich zu einer weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen. Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, wieder auf Gegenkurs.

Die Stufe steuert nun auf ein vorbestimmtes Landegebiet im Atlantik zu. Unter der Voraussetzung dass der "Boost"Back" erfolgreich war, wird die Stufe anschließend im freien Fall weiterfliegen, und dabei durch die Luftreibung der tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird dabei aber durch das Lagekontrollsystem geregelt, damit sie nicht in einen instabilen Flugzustand gerät. Die Stufe bewegt sich in dieser Phase mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der beteiligten Kräfte ausbildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit dann erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird.

Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen. Nun beginnt die zweite Bremszündung, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt nur noch etwa 25 Tonnen (beim Start wiegt die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen und nur etwa 15 Sekunden dauern. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall bei Null liegen.

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass alles klappt, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser erfolgen, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Erst danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.