SpaceX führte am 30. März erfolgreich den fünften Start für die Errichtung der Iridium NEXT Konstellation durch. Wie bei den vier vorausgegangenen Missionen befanden sich auch dieses Mal zehn der Kommunikationssatelliten an Bord der Falcon 9-Trägerrakete. Und auch dieses Mal wurde der Start von der Luftwaffenbasis Vandenberg aus durchgeführt. Insgesamt wird SpaceX acht Flüge für Iridium Communications und ihre Iridium NEXT Konstellation durchführen.

Der Start begann um 7:14 Uhr US-Westküstenzeit, entsprechend 16:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Space Launch Complex 4E (SLC 4E), einer Anlage, die SpaceX von der US-Luftwaffe geleast hat. Insgesamt war es bereits der neunte Start einer Falcon 9 von diesem Startplatz aus. Der erzielte Orbit wies ein Perigäum von 607 Kilometern, ein Apogäum von 627 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 86,68 Grad auf.

Die erste Stufe der Falcon 9, die bei dieser Mission verwendet wurde (Core 1041), wurde bereits im Oktober letzten Jahres für den Start der Iridium-3 Mission eingesetzt. Da es sich dabei um eine so genannten Block-4 Version der Falcon 9 handelt, wurde die Rakete dieses Mal im „expendable“-Modus verwendet, also nicht wieder geborgen. SpaceX setzt alle Versionen unterhalb der Block 5-Variante nur zweimal ein. Es wurde allerdings eine experimentelle Landung ohne Bergung durchgeführt, um Daten für extremere Wiedereintrittsprofile zu gewinnen. Ab der „Block-5“ Version der Rakete soll die Erststufe der Falcon 9 bis zu zehnmal wiederverwendet werden.

Insgesamt ist SpaceX beauftragt, bei acht Falcon 9-Flügen 75 Satelliten für Iridium in den Orbit zu bringen. Für den vollen Betrieb der Konstellation sind insgesamt 66 Satelliten notwendig, die in sechs Bahnebenen zu jeweils elf Satelliten verteilt sind. Neun Satelliten dienen als „In-orbit-spares“, als im Weltraum geparkte Reserveeinheiten. Sechs Satelliten dienen als Reserveeinheiten auf dem Boden. Die Einsatzhöhe dieser Satelliten befindet sich in einer Höhe von 780 Kilometern mit einer Bahnneigung zum Äquator von 86,4 Grad. Die Raumfahrzeuge der aktuellen Mission wurden auf der Bahnebene 1 abgesetzt.

Bei sieben Missionen werden immer 10 der jeweils etwa 860 Kilogramm schweren Raumfahrzeuge abgesetzt, bei der achten Mission werden es lediglich fünf sein. Bei diesem letzten Flug werden neben den fünf Iridium-Satelliten auch zwei Forschungssatelliten mit an Bord sein, welche die so genannte „Grace Follow-on“ Mission bilden.

Iridium hat insgesamt 81 Satelliten bei Thales Alenia in Cannes bestellt. Dieses Unternehmen fungiert als Hauptauftragnehmer. Die Endmontage der Einheiten findet aber bei Orbital/ATK in Gilbert im US-Bundesstaat Arizona statt. Die Satelliten entstanden auf der Basis der ELiTeBus-1000 Plattform von Thales Alenia. Die Bezeichnung steht für „Extended Liftime Bus“. Sie sind für sehr lange Lebensdauer von 20 Jahren oder mehr ausgelegt. Jeder der Satelliten trägt L-Band Transponder für die mobile Kommunikation und Ka-Band Transponder für den Sendeverkehr der Satelliten untereinander und von den Satelliten zu Bodenstationen.

SpaceX führte bei dieser Mission erneut einen Versuch durch, eine der beiden Nutzlasthälften zu bergen. Was erneut knapp misslang, da sich der gigantische Parafoil, mit der die Verkleidung abgebremst und zum Bergungsschiff gesteuert werden soll, nicht richtig entfaltete. Trotz des daraus resultierenden relativ harten Aufschlages auf dem Wasser konnte das Bergungsschiff „Mr. Stevens“ die Halbschale dennoch aber weitgehend unbeschädigt aus dem Pazifik fischen.

Bild: Missionspatch von SpaceX für den Iridium 5-Flug. Credit: SpaceX