China startete am 2. Februar einen Satelliten zur Erhebung von Daten für mögliche Erdbebenvorhersagen. Als Träger für die Mission, die vom nordchinesischen Raumfahrtzentrum Jiuquan aus ihren Anfang nahm, wurde eine Langer Marsch 2D eingesetzt, die zweistufige Version der Langer Marsch 4. Zusammen mit der Hauptnutzlast wurden noch sechs weitere kleine Raumfahrzeuge in den Orbit transportier. Sie stammen aus China, Italien, Argentinien und Dänemark. Die Mission war der sechste chinesische Orbitalstart in diesem Jahr.

Der Einsatz begann um 8:41 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 94 am Komplex 43 des nordchinesischen Raumfahrtzentrums. Für die Trägerrakete ist es eine "Return-to-flight" Mission, nachdem dieser Raketentyp im Dezember 2016 eine nur teilweise erfolgreiche Mission absolvierte. Die Umlaufbahn, in der die Satelliten abgesetzt wurden, war ein sonnensynchroner Orbit mit einer Bahnhöhe von ziemlich genau 500 Kilometern und einer Inklination von 97,34 Grad.

Die Hauptnutzlast an Bord des Trägers war der "China Seismo-Electromagnetic Satellite" (CSES), der auch als "Zhangheng-1" bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um einen 730 Kilogramm schweren Forschungssatelliten, der mit insgesamt neun Instrumenten in der Ionosphäre nach Anzeichen für bevorstehende Erdbeben suchen soll. Der Forschungsgegenstand ist allerdings nach heutiger Erkenntnis irgendwo zwischen spekulativ und esoterisch angesiedelt. In neuerer Zeit häufen sich aber die Hinweise, dass es messbare elektromagnetische Anomalien vor einem größeren Erdbeben geben könnte. Dafür stichhaltige Daten zu erbringen, ist die Aufgabe von "Zhangheng-1".

An Bord befinden sich Sensoren, die im Vorfeld eines Erdbebens Veränderungen im Magnetfeld der Erde, in der Partikelzusammensetzung der Ionosphäre und Veränderungen im elektrischen Feld der Erde und in der Plasmasphäre feststellen soll.

An diesem Satelliten zeigte sich auch Italien sehr interessiert (das ja ebenfalls unter häufigen Erdbeben leidet). Daher hat die italienische Raumfahrtagentur ein eigenes Instrument beigesteuert, nämlich einen Detektor für hochenergetische Partikel. Benannt ist der Satellit nach einem Gelehrten der Han Dynastie (das gleichzeitig mit dem römischen Reich existierte) mit Namen Zhang Heng. Der erfand im Jahre 132 das Seismometer. "Zhangheng-1"  basiert auf der CAST2000 Plattform und wurde von der Chinesischen Raumfahragentur CNSA entwickelt. 

Die anderen Satelliten an Bord sind zwei Einheiten der Aleph-1 Erdbeobachtungssatelliten-Konstellation, die vom argentinischen Unternehmen Satellogic betrieben wird. Die beiden je 37 Kilogramm schweren Mini-Raumfahrzeuge tragen die Namen "Ada" und "Maryam“, und bilden die vierte und fünfte Einheit der Konstellation. 25 sollen es am Ende werden. Die restlichen vier Fluggeräte sind die beiden 6-Cubesat-Unit und jeweils sechs Kilogramm schweren Technologiesatelliten GOMX 4A  und 4B des dänischen Verteidigungsministeriums (in Zusammenarbeit mit der ESA) und die chinesischen 3-Unit-Cubesats FangMaNiu 1 und Shaonian Xing, die für Amateurfunker bzw. für Schulzwecke zur Verfügung stehen sollen.

Bild: Sticker der Zhangheng-1 Mission; Credit: CNSA