China brachte am 9. Januar das zweite Paar von Erdbeobachtungssatelliten der Gaojing-1 Reihe (Superview-1) in einen polaren, sonnensynchronen Erdorbit. Der Start erfolgte vom nordchinesischen Startzentrum in Taiyuan. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 2D eingesetzt. Es war dies der erste chinesische Start in diesem Jahr.

Die Mission begann um 4:17 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 9 des Raumfahrtzentrums. Wenige Minuten später erreichte die zweite Stufe mit ihren beiden Nutzlasten einen Orbit mit einem Perigäum von 515 Kilometern, einem Apogäum von 535 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,58 Grad.

Die Gaojing/Superview-Satelliten bilden eine zivile Konstellation von Erdbeobachtungssatelliten und werden von der Beijing Space View Tech Co Ltd betrieben. Die vier Satelliten umkreisen die Erde auf derselben Bahnebene in einer Höhe von 500 Kilometern. Sie sind in der Lage, Bilder mit einem Auflösungsvermögen von 0,5 Metern (Schwarzweiß) oder 2,0 Meter (panchromatisch) pro Bildpunkt zu produzieren.

Bis gegen 2022 sollen 16 Satelliten des Gaojing 1-Typs im Einsatz sein, dazu vier X-Band Radarsatelliten und eine größere Anzahl von Video- und Hyperspektralsatelliten.

Die Gaojing-1 Raumfahrzeuge basieren auf der CAST-3000B Plattform der China Space Satellite Corporation, dem kommerziellen Zweig der  Chinese Academy of Space Technology (CAST) die ihrerseits zur  China Aerospace and Science Corporation (CASC) gehört. Jedes der Raumfahrzeuge hat ein Startgewicht von 560 Kilogramm und ist für eine Lebensdauer von mindestens acht Jahren ausgelegt.

Bild: Startposter für Superview 1 03 und 04; Credit: ChinaNews