SpaceX begann das Raumfahrtjahr 2018 mit dem erfolgreichen Start der geheimnisvollen „Zuma“-Nutzlast. Dieser Satellit, bei dem außer dem Hersteller (Northrop Grumman) alles andere unbekannt ist, sollte bereits am 15. November in den Orbit gebracht werden. Wegen eines Problems mit der Nutzlastverkleidung der Rakete hatte sich der Beginn dieser Mission aber verzögert. Der Start musste außerdem von der Startanlage 39A zum Komplex 40 verlegt werden, weil in der Zwischenzeit an der ursprünglich vorgesehenen Anlage bereits der Checkout des Falcon Heavy Prototypen begonnen hatte. All das führte zu einem Gesamtverzug von sieben Wochen.

Die Startmission wurde nun am 8. Januar um 2:00 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit durchgeführt. Der Flug schien zunächst problemlos zu verlaufen, obwohl nach der Trennung von erster und zweiter Stufe, zwei Minuten und 16 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe, auf Wunsch des unbekannten Auftraggebers keine weiteren Informationen über den Fortgang der Mission verbreitet wurden. Zu beobachten war lediglich, dass die Trennung der Nutzlastverkleidung drei Minuten und drei Sekunden nach dem Liftoff planmäßig erfolgte. Danach gab es keine weiteren Nachrichten über den Status, was bei klassifizierten Flügen nicht ungewöhnlich ist.

Die erneut erfolgreiche Rückführung der ersten Stufe in die Landing Zone 1, etwa fünf Kilometer von der Startanlage entfernt, wurde dagegen in voller Länge übertragen. Sieben Minuten und 59 Sekunden nach dem Liftoff stand die Stufe wieder auf festem Boden. Mit dieser Stufenrückführung sind SpaceX nun 17 Landungen in Folge gelungen, 21 erfolgreiche Landungen sind es nun insgesamt. Die „Zuma“-Mission war der 47 Start einer Falcon 9 Rakete.

Für den Einsatz wurde „Core 1043“ verwendet, eine „Block 4-Ausführung“ der Falcon 9-Erststufe. Das bedeutet, dass diese Stufe etwa zwei bis drei Mal wiederverwendet werden kann. Erst die Version Block 5 ist für bis zu 10 Wiederverwendungen ausgelegt.

Selten zuvor war so wenig über die transportierte Nutzlast bekannt. Aus den vorliegenden Daten lassen sich keine zuverlässigen Schlüsse über den Zweck der Mission ziehen. Weder eine Privatfirma noch eine Regierungsorganisation haben Eigentum an dem Satelliten für sich reklamiert. Fest steht nur, dass das National Reconnaissance Office erklärt hat, dass ihr „Zuma“ NICHT gehört.

Die Flugbahn ging in nordöstliche Richtung, etwa auf eine Inklination von 50 Grad. Zuma muss relativ leicht gewesen sein, andernfalls wäre ein Rückflug der ersten Stufe nach Cape Canaveral nicht möglich gewesen. Die Höhe der Umlaufbahn sollte wahrscheinlich irgendwo zwischen 300 und 1.000 Kilometern liegen. Der Start von „Zuma“ erschien überhaupt erst vier Wochen vor dem ursprünglich geplanten Liftoff-Termin auf dem Startmanifest von SpaceX. Das ist extrem ungewöhnlich, denn normalerweise sind alle geplanten Starts mehr als ein Jahr im Voraus bekannt.

18 Stunden nach dem Start sickerten erste Gerüchte durch, dass die Mission möglicherweise gescheitert sei. Als häufigster Grund wurde angegeben, dass sich der Satellit nicht von der zweiten Stufe der Trägerrakete getrennt hätte. Die automatische Flugsteuerung der zweiten Stufe, darauf programmiert, sich mit einem weiteren Brennmanöver wieder aus der Umlaufbahn heraus in die Erdatmosphäre zurück zu befördern, wo sie verglühen sollte, nahm dabei offensichtlich den nicht abgetrennten Satelliten mit sich. Die strikte Geheimhaltung um die Nutzlast lässt aber gegenwärtig die Verifikation dieser Nachricht nicht zu.

Sollte dieses Szenario zutreffen, dann läge die alleinige Schuld für den Vorfall ausschließlich beim Hersteller des Satelliten, Northrop Grumman. Bei dieser Mission hatte nämlich nicht – wie sonst üblich - SpaceX den Adapter zur Nutzlast zur Verfügung gestellt, sondern es kam dafür eine Komponente des Satellitenherstellers zu Einsatz. Auch die Integration von Adapter und Nutzlast erfolgte nicht bei SpaceX, sondern bei Grumman. In diesem Szenario ist die Einsatzmission von Zuma zwar gescheitert, aber der Start vollständig erfolgreich gewesen.

Bild: Missionspatch; Credit: SpaceX