SpaceX führte am 16. Mai ihre sechste Orbitalmission innerhalb der letzten vier Monate durch. Dabei wurde der über 6.000 Kilogramm schwere Kommunikationssatellit Inmarsat-5 F4 auf eine supersynchrone geostationäre Transferbahn transportiert. Das Gewicht des Satelliten und die Anforderungen an die Flugbahn erlaubten bei diesem Start keine Rückführung der ersten Stufe. Die Falcon 9 Trägerrakete flog daher ausnahmsweise (aber doch schon zum zweiten Mal in diesem Jahr) in der "expendable"-Version, bei der sich keine Landevorrichtungen an Bord befinden.

Weiterlesen: Sechster Start in vier Monaten bei SpaceX

Eine indische Trägerrakete des Typs GSLV Mark II brachte am 5. Mai den Kommunikationssatelliten GSAT-9 auf eine geostationäre Transferbahn. Die Mission begann um 13:27 Uhr mitteleuropäischer Zeit (16:57 Uhr Ortszeit) von der Startanlage 2 des Satish Dhawan Raumfahrtzentrum auf der ostindischen Insel Shriharikota. Der Einsatz war der vierte erfolgreiche Flug einer GSLV-Trägerrakete in Folge, was in den Reihen der ISRO für ziemliche Erleichterung sorgte. Dieser Träger hatte in der Vergangenheit eine recht durchwachsene Bilanz. Von den bisherigen elf Einsätzen waren lediglich sechs vollständig erfolgreich.

Weiterlesen: Indiens GSLV zum vierten Mal in Folge erfolgreich

Erstmals in der Geschichte des Unternehmens führte SpaceX am 1. Mai einen militärischen Einsatz durch. Dabei wurde ein klassifizierter Satellit des National Reconnaissance Office (NRO) in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht. Der Start erfolgte, nach eintägiger Verspätung wegen eines technischen Problems, um 13:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 7:15 Uhr US-Ostküstenzeit) von der historischen Startrampe 39A des Kennedy Space Centers aus.  

Weiterlesen: SpaceX Falcon 9 bringt NRO-L79 in den Orbit

Nach einer einmonatigen Pause wegen eines Arbeitskampfes von Angestellten des europäischen Weltraumbahnhofs Kourou in Französisch Guyana nahm Arianespace am 4. Mai den Flugbetrieb wieder auf. Bei der Mission brachte eine Trägerrakete des Typs Ariane 5 ECA die beiden Kommunikationssatelliten SGDC für Brasilien und KOREASAT-7 für Korea auf eine geostationäre Transferbahn. Der Flug hätte bereits Ende März stattfinden sollen, aber ein Streik der Transportgewerkschaft UGTR, der Gewerkschaft der Elektriker und des Unternehmens Endel Engie (das dafür zuständig ist, die Rakete vom Montagegebäude zum Startplatz zu transportieren) brachte die Arbeiten am Startgelände zum Erliegen.  Erst Ende April waren die Meinungsverschiedenheiten beigelegt. Damit war der Weg frei für die Mission VA 236 (für: Vol Ariane 236), dem vierten Einsatz des Jahres für Arianespace und dem zweiten Ariane 5-Flug in 2017.

Weiterlesen: Ariane 5 nach Streik wieder im Einsatz

Obwohl es sich um einen unbemannten Start handelt, stellt die am 20. April gestartete Mission von Tianzhou-1 (TZ-1) die Weichen für die zukünftigen bemannten Raumfahrtaktivitäten Chinas. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Tianzhou ist das chinesische Äquivalent der ISS-Versorgungsraumschiffe. Es wird zukünftig für die Versorgung der großen modularen chinesischen Raumstation eingesetzt, deren Errichtung im kommenden Jahr beginnt und etwa fünf Jahre dauern soll.

Weiterlesen: Tianzhou-1 läutet neue Ära der chinesischen Raumfahrt ein