Nur drei Wochen nach dem Start des ersten „Lùdì kānchá wèixīng“ (oder kurz: LKW) folgte am 23. Dezember die zweite Einheit dieser Reihe. Wie schon sein Vorgänger wurde auch dieser  Satellit von einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2D auf einer sonnensynchronen Erdumlaufbahn abgesetzt, und wie schon LKW-1 startete auch dieses Raumfahrzeug vom nordchinesischen Weltraumbahnhof Jiuquan aus und benutzte dabei die Startrampe 603 am Startkomplex 43 der Anlage.

Die Mission begann um 5:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit, fast exakt zum selben Zeitpunkt des Tages, an dem auch LKW-1 startete. Die Bahnhöhe und die Inklination, in welche der Satellit bewegt wurde, glichen sich ebenfalls fast exakt. Auch die Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur, mit welcher der Start gemeldet wurde, war beinahe wortwörtlich derselbe, wie vor drei Wochen. Auch dieses Mal wurde verlautbart, dass der Satellit "für wissenschaftliche Experimente, Landvermessung, Erntevoraussagen und Desaster-Monitoring" eingesetzt wird.

Tatsächlich handelt es sich auch bei LKW-2 mit einiger Sicherheit um einen elektro-optischen Aufklärungssatelliten. LKW-1 und LKW-2 werden auf derselben Bahn wahrscheinlich in einem Abstand von 180 Grad eingesetzt werden. Das ermöglicht das zweimalige Überfliegen eines Zielpunktes innerhalb von weniger als einer Stunde.

Die Mission war Chinas 17. Orbitalflug dieses Jahres. Die Startrate lag in den letzten Wochen sehr hoch, weil ein erheblicher „Backlog“ an Flügen aufzuholen ist, nachdem es im Sommer im Zusammenhang mit einem Fehlstart und einem Teilversager einer Rakete zu einer dreimonatigen Unterbrechung aller Starts gekommen war. China wird diesen „Backlog“ aber nicht vollständig aufholen können, weswegen im nächsten Jahr – eine unfallfreie Zeit vorausgesetzt – mit einer Rekordzahl an Starts gerechnet werden kann.

Bild: Start der Langer Marsch 2D mit LKW-2; Credit: ChinaNews