Bei der letzten japanischen Raumfahrtmission des Jahres brachte die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) am 23. Dezember mit einer Trägerrakete des Typs H2A zwei Nutzlasten auf unterschiedliche Umlaufbahnen. Dabei handelt es sich um die Global Change Observation Mission (GCOM-C), mit dem Umweltbeobachtungen durchgeführt werden und um den Super Low Altitude Test Satellite (kurz: SLATS), einen Technologieträger, der ein Ionentriebwerk einsetzt, um auf einer extrem niedrigen Erdumlaufbahn gegen die Restreibung der Atmosphäre die Flughöhe zu halten.

Die Mission begann exakt in der ersten Minute eines 22minütigen Startfensters, um 2:26 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 10:26 Uhr Ortszeit), am Yoshinobu-Startkomplex des Raumfahrtzentrums Tanegashima. Für die Mission wurde die Version 202 des H2A-Trägers eingesetzt. Das bedeutet, dass die Rakete mit zwei Feststoffboostern zur Startunterstützung ausgerüstet war.

Der 2.093 Kilogramm schwere GCOM-C wird den Wasserzyklus auf der Erde genau unter die Lupe nehmen. Das beinhaltet jegliche Form von Wasser, angefangen von Wasserdampf in der Atmosphäre, Wasser in Wolken, Schnee und Eis und den Zustand der Ozeane. Dieser Satellit wurde in einen nahezu kreisförmigen, sonnensynchronen Orbit in einer Höhe von 790 Kilometern und bei einer Bahnneigung zum Äquator von 98,7 Grad abgesetzt.

Für das zweite Raumfahrzeug, den 400 Kilogramm schweren SLATS, steuerte die zweite Stufe 58 Minuten nach dem Absetzen von GCOM einen niedrigeren Orbit mit einem Perigäum von 450 Kilometern und einem Apogäum von 643 Kilometern an. Der Arbeitsorbit des Satelliten wird aber noch einmal deutlich darunter liegen, und ein Perigäum von 180 Kilometern und ein Apogäum von 268 Kilometern aufweisen. In diese niedrige Höhe wird es sich mit Hilfe von chemisch betriebenen Triebwerken in der 1Newton-Klasse bewegen. In seiner “Arbeitshöhe” könnte das Raumfahrzeug danach ohne Ausgleich der Luftreibungsverluste nicht länger als etwa eine Woche verbleiben. Dem schnellen Absturz soll ein Ionentriebwerk entgegenwirken, das den Satelliten dauerhaft auf dieser niedrigen Bahn hält.

Die Mission stellt ein Jubiläum dar, denn es war der 50. Flug eines Trägers der H2-Serie. Noch nie gab es in Japan außerdem sieben Orbitalstarts im Verlauf eines Jahres. Die beiden Raumfahrzeuge bekamen, wie in der japanischen Raumfahrt üblich, nach dem erfolgreichen Start Eigennamen. GCOM-C wurde auf den Namen “Shikisai” getauft, und SLATS auf den Namen “Tsubame”.

Bild: Technologiesatellit SLATS (Tsubame). Künstlerische Darstellung; Credit: JAXA