Am 12. Dezember brachte die Arianespace mit einer Trägerrakete des Typs Ariane 5 ES die nächsten vier Raumfahrzeuge der europäischen Satellitennavigationskonstellation Galileo in eine halbsynchrone Erdumlaufbahn. Technisch gesehen handelt es sich dabei um die Einheiten FOC 15-18 (FOC = Full Operational Capability). Aber nachdem jeder Satellit den Namen eines Kindes trägt, das Landessieger im Galileo-Zeichenwettbewerb der Europäischen Kommission war, heißen die vier Flugeinheiten auch Nicole, Zofia, Alexandre und Irina.

Der Start war die elfte und letzte Mission des Jahres 2017 vom europäischen Startzentrum Kourou aus. Von den vorausgehenden Flügen wurden fünf mit der Ariane 5 durchgeführt, drei mit der Vega-Rakete und zwei mit der Sojus. Der Einsatz war auch die zweite Mission, bei der eine Ariane 5 für den Transport von Galileo-Satelliten verwendet wird, und die 240. überhaupt einer Ariane-Rakete, seit die erste Version dieser Baureihe, die Ariane 1, im Dezember 1979 ihren Erstflug hatte.

Für die Galileo-Transporte der Ariane 5 wird die ansonsten heute nur noch selten verwendete Version Ariane 5 ES eingesetzt. Tatsächlich wird sie nur noch ein einziges weiteres Mal fliegen, nämlich bei einem weiteren Galileo-Flug im nächsten Jahr.

Die Konstellation soll ihre volle Stärke von 24 Einsatzeinheiten plus insgesamt sechs Reservesatelliten im Jahre 2020 erreichen. Anders als die Missionsbezeichung (Galileo FOC 15-18) glauben macht, handelt es sich tatsächlich bereits um die Einheiten 19-22, denn auch die vier Vorserieneinheiten, die in der "offiziellen" Zählung nicht mit erfasst sind, gehören derzeit zur aktiven Konstellation.

Die Einsatzsatelliten werden von der OHB System AG in Bremen gebaut und wiegen im Schnitt 715 Kilogramm pro Einheit. Sie werden auf kreisförmigen Umlaufbahnen in einer Höhe von 23.200 Kilometern abgesetzt und bringen sich dann mit ihren Bordtriebwerken selbst auf die 300 Kilometer höher gelegene Einsatzbahn.

Die Startmission begann um 19:36 Uhr mitteleuropäischer Zeit und dauerte für die Ariane 5 ungewöhnlich lange, nämlich drei Stunden und 55 Minuten, wobei die beiden Brennmanöver der Aestus-Oberstufe durch eine ballistische Phase von drei Stunden und acht Minuten Dauer voneinander getrennt waren. Das gesamte Nutzlastgewicht betrug, inklusive einiger Adapterelemente, 3.282 Kilogramm.

 

Bild: Startposter der Mission VA 240; Credit: Arianespace