Nach sechs Jahren Abwesenheit von der Startrampe brachte am 31. Oktober eine Trägerrakete des Typs Minotaur-C insgesamt zehn Erdbeobachtungssatelliten für das Unternehmen Planet Labs in eine polare Erdumlaufbahn. Die Rakete firmierte einst unter der Bezeichnung Taurus XL, doch betrachtete es der Hersteller, Orbital ATK, vorteilhafter, die Rakete aufgrund der miserablen Erfolgsbilanz der Vergangenheit umzubenennen. Der Start erfolgte von der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien. Knapp 10 Minuten nach dem Verlassen der Startplattform hatte die vierte Stufe mit den Satelliten die Zielbahn in einer Höhe von gut 500 Kilometern, bei einer Bahnneigung zum Äquator von 97,4 Grad, erreicht.

Die Mission der 32 Meter langen, vierstufigen Feststoff-Trägerrakete begann exakt zum geplanten Zeitpunkt, um 22:37 Uhr, an der Startanlage 576E. Diese Anlage war zunächst in den Jahren 1962 – 1964 als ICBM Silo für die Atlas F in Betrieb. Von dort fanden in dieser Zeit vier Teststarts statt. Danach ging sie erst wieder für die Starts der Orbital Sciences Taurus in den Jahren 1994 – 2011 in Betrieb.

Der letzte Start einer Orbital Taurus XL erfolgte von dort im März 2011. Damals scheiterte die Mission mit dem NASA Satelliten Glory an Bord, weil sich die Nutzlastverkleidung nicht gelöst hatte. Beim vorausgegangenen Start war es schon zum exakt gleichen Fehler gekommen, wobei ein anderer NASA-Satellit, das Orbiting Carbon Observatory (OCO), verloren ging. Doch schon davor hatte es einen anderen Fehlstart gegeben, der 2001 mit dem Verlust von OrbView-4 endete. Insgesamt war der Träger mit drei Fehlstarts bei insgesamt nur neun Einsätzen alles andere als erfolgreich. Potentielle Kunden, vor allem die NASA, nahmen danach Abstand von diesem Startgerät.

Seither wurden die Fairing und die Avionik an Bord überarbeitet und den entsprechenden Systemen der Minotaur Trägerraketenfamilie angeglichen. 2014 bekam die Rakete den neuen Namen, der sie nun als neues „Familienmitglied“ dieser Trägerraketen-Reihe ausweist. Der neue Name ist auch Verpflichtung, denn die Minotaurs haben bislang bei insgesamt 26 Starts eine fehlerlose Serie.

An Bord der Minotaur-C befanden sich 10 Satelliten für das in San Francisco ansässige Unternehmen Planet Labs. Bei sechsen davon handelt es sich um jeweils 110 Kilogramm schwere und etwa kühlschrankgroße (60 x 60 x 95 Zentimeter) SkySats  mit den Seriennummern 8 – 13, die vier restlichen Einheiten sind jeweils fünf Kilogramm schwere DovSats aus der Flock 3M-Serie. Alle zehn Satelliten meldeten sich kurz nach dem Start und sind funktionsfähig.

Bild: Start der Minotaur-C; Credit: Orbital ATK