Nach zwei Fehlschlägen in Folge im Juli, und vier Fehlstarts im Zeitraum eines Jahres hatte sich China eine dreimonatige Startpause unterzogen, um die Qualitätsstandards seiner Trägerraketen zu überprüfen. Am 29. September erfolgte nun der erste Start nach dieser Pause. Dabei brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2C ein Trio experimenteller militärischer Überwachungssatelliten in den Orbit. Der Startort war - sehr ungewöhnlich für die verwendete Rakete - das zentralchinesische Raumfahrtzentrum Xichiang.

Die Mission begann um 6:21 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 3 des Weltraumbahnhofs. Über den Zweck der Mission war im Vorfeld nichts bekannt gegeben worden, doch handelt es sich offensichtlich um eine militärische Technologiemission, bei der es um das Aufspüren elektromagnetischer Quellen geht. Die niedrige Inklination, nur 35 Grad, spricht dafür, dass es sich nicht um eine Einsatzmission handelt. Hersteller ist das Micro-Satellite Research Institute der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Schanghai.

Das Satellitentrio bekam die Bezeichnung Yaogan 30-01 A, B und C. Recht ungewöhnlich, denn einen Satelliten mit der Bezeichnung Yaogan 30 gibt es bereits, er wurde im Mai 2016 gestartet. Kurz nach dem Start wurde aber offiziell bestätigt, dass diese Satelliten zusammengehören und Teil einer Konstellation sind. Die drei neuen Raumfahrzeuge wurden auf einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 590 Kilometern, einem Apogäum von 600 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von exakt 35 Grad ausgesetzt. Bald nach dem Start begannen sie auch ihre Umlaufbahnen zu ändern. Die Satelliten A und C hoben ihre Umlaufbahn um sieben Kilometer an, während der Satellit B auf der bisherigen Umlaufbahn verblieb.

Der Start einer Langer Marsch 2C vom Startgelände Xichiang ist ein sehr seltenes Ereignis. Das letzte Mal, dass ein Träger dieses Typs von hier aus startete war am 18. November 2004.

Bild: Die Langer Marsch 2C an der Startrampe am Weltraumbahnhof Xichiang; Credit: ChinaNews