Japan brachte am 19. August den dritten Satelliten seines so genannten Quasi-Zenith Satellite Systems (QZSS) erfolgreich in den vorgesehenen Orbit. Der Start des Raumfahrzeugs mit dem Namen Michibiki-3 erfolgte um 7:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 15:29 Uhr japanischer Ortszeit. Startort war die Rampe 1 des Yoshinobu Startkomplexes am Tanegashima Raumfahrtzentrum der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA. Als Träger wurde die 35. Flugeinheit einer Rakete des Typs H2A eingesetzt, dieses Mal in der H2A 204 Variante (die bisherigen Michibiki-Satelliten starteten mit der Version 202).

Der Satellit wurde 28 Minuten und 40 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe einem Transferorbit mit einem Perigäum von 370 Kilometern, einem Apogäum von 35.900 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 19,9 Grad abgesetzt.

Die QZSS-Konstellation wird zunächst aus vier Satelliten bestehen. Drei davon werden auf inklinierten geostationären Orbits positioniert, einer und zwar die aktuell gestartete Einheit, auf einem festen geostationären Orbit. Das System wird in einer Partnerschaft zwischen der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA und einem privaten Unternehmen mit der Bezeichnung Quasi-Zenith Satellite System Service Inc. betrieben. Zweck der Konstellation ist es, in Japans teilweise sehr eng bebauten Städten oder in den engen Gebirgstälern des Landes zusätzliche Positionssignale zu denen der bereits bestehenden Satellitennavigationsnetze bereitzustellen, um überall eine gleich gute Abdeckung mit hochpräzisen Navigationsdaten zu ermöglichen.

Die Bahnen der inklinierten Satelliten sind um 44 Grad gegen den Äquator geneigt und sie bewegen sich auf einer Bahn in der Form der Zahl acht um eine Äquatorialposition bei 135 Grad östlicher Länge. Der „fest installierte“ Michibiki-3 wird seine Arbeitsposition auf 127 Grad östlicher Länge über dem Äquator finden. Generell sind die Bahnen so angelegt, dass sich immer mindestens eine der inklinierten Einheiten im Zenith über Japan, mit einer Abweichung von maximal 30 Grad zur Zenith-Position, befindet. Das anfängliche System mit seinen vier Einheiten soll 2018 vollständig zu Verfügung stehen. Das erweiterte System mit sieben Fluggeräten soll bis 2024 realisiert sein.

Michibiki-2 wurde von Mitsubishi Electric gebaut und basiert auf der DS 2000 Plattform. Er war beim Start 4.700 Kilogramm schwer und ist damit etwa 700 Kilogramm schwerer als seine drei „Geschwister“ auf den inklinierten Bahnen. Die Zusatzmasse stammt von einer erweiterten Sende- und Empfangsausrüstung unter anderem ein komplexes S-Band-System mit zusätzlichen Antennen für die japanischen Katastrophen-Einsatzkräfte. Das sperrige Antennensystem machte bei dieser Mission auch den Einsatz einer größeren Fairing notwendig als bei den vorausgehenden Michibiki-Starts.

Bild: Start von Michibiki 3; Credit: JAXA