Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus 2.1v/Wolga brachte am 23. Juni eine nicht spezifizierte militärische Nutzlast auf eine sonnensynchrone, polare Erdumlaufbahn. Die russischen Streitkräfte, die den Start durchführten, bezeichneten die Nutzlast als Kosmos 2519. Die Mission begann um 20:04 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 43/4 des nordrussischen Weltraumbahnhofs Plesetzk. Es ist dies dorft die einzige verbliebene aktive Startanlage für die Sojus und ihre Varianten. In den Jahren der Sowjetunion waren in Plesetzk vier derartige Anlagen in Betrieb.

Das Raumfahrzeug wurde auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn in 650 x 690 Kilometern Höhe und einer Bahnneigung zum Äquator von 98,05 Grad abgeliefert. Die Mission am 23. Juni war erst der dritte Einsatz dieser Rakete, die ihren Erstflug im Jahre 2013 absolvierte.

Der Start war selbst für russische Verhältnisse ungewöhnlich geheim gehalten worden. Gerüchte über die bevorstehende Mission begannen sich erst wenige Wochen vor dem Start auszubreiten. Die Art der Nutzlast ist unklar. Es wird aber spekuliert, dass es sich um einen Geodäsie-Satelliten entweder der Standard-Baureihe GEO-IK-2 oder der neuen Nivelir ZU-Serie handelt. Mit Hilfe dieser Satelliten soll die Zieldatenerfassung für Cruise Missiles und ballistische Lenkwaffen verbessert werden. Allerdings lassen die Bahndaten auch andere Deutungen zu.

Die Sojus 2.1v ist die schlankere Schwester der altgedienten Sojus-Trägerrakete. Sie soll zukünftig das bisherige Arsenal von Raketen für kleinere Nutzlasten Russlands ersetzen. Dies betrifft die Rokot, die Dnepr und die bereits vor einigen Jahren ausgemusterte Kosmos 3M-Trägerrakete. Eine weitere neue Rakete in diesem Nutzlastbereich ist die Angara 1.2. Die Sojus 2.1v besteht aus der Kernstufe der Standard-Sojus, ist also nicht mit den charakteristischen vier Boostern der anderen Sojus-Varianten ausgerüstet. Als Antrieb der ersten Stufe dient ein einzelnes NK-33 Triebwerk, ein Relikt aus dem gescheiterten bemannten Mondprogramm der Sowjetunion.

Die zweite Stufe ist dieselbe, wie sie in der Sojus 2.1b als Drittstufe verwendet wird. Diese Antriebseinheit ist mit einem einzelnen Vierkammer-Triebwerk vom Typ RD-0124 ausgerüstet. Die dritte Stufe wird als „Wolga“ bezeichnet und basiert auf dem Antriebs- und Lageregelungssystem der Jantar, Persona- und Resurs-Aufklärungs- und Erdbeobachtungssatelliten.

Bild: Startvorbereitungen in Plesetzk; Credit: VKN