Mit einem fehlerlosen Start begab sich das unbemannte russische Versorgungsraumschiff Progress MS-06 am 14. Juni auf den Weg zur Internationalen Raumstation. Die Mission begann um 11:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit (15:20 Uhr kasachischer Ortszeit) an der Startanlage 31/6 auf dem Kosmodrom in Baikonur. Die Progress wurde knapp neun Minuten nach dem Verlassen der Startrampe auf einem Übergangsorbit mit einem Perigäum von 193 Kilometern, einem Apogäum von 241 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 51,67 Grad abgesetzt. Das Anlegemanöver am Zwesda-Modul der ISS soll während der 36. Erdumkreisung am Freitag erfolgen.

Insgesamt ist der Flug von Progress MS-06 bereits die 158. Progress-Mission seit dem ersten offiziellen Einsatz dieses Typs. Das Progress-System ist vom bemannten Sojus-Raumschiff abgeleitet und versorgte zunächst die sowjetisch-russischen Raumstationen Saljut 6, Saljut 7 und Mir. Zur ISS sind bislang 69 dieser Einheiten gestartet. Drei der ISS-Einsätze scheiterten allerdings jeweils an Fehlern der Trägerrakete. Progress MS-06 ist die sechste Serieneinheit der inzwischen sechsten Baureihe dieses Raumschifftyps.  

Langjähriger Standardträger für die Progress-Raumfrachter war die Sojus U. Diese Sojus-Variante wurde aber im Februar 2017 aus dem Dienst genommen. Seither (allerdings auch schon bei vereinzelten Einsätzen in den vergangenen Jahren) wird dafür die Sojus 2.1a eingesetzt.

Die Startmasse von Progress MS-06 lag bei 7.277 Kilogramm. Das Raumfahrzeug transportiert 2.398 Kilogramm Fracht zur Raumstation. Sie beinhaltet Versorgungsgüter für die Crew, Experimente, Ausrüstungsgegenstände, Treibstoff und auch vier Kleinsatelliten von jeweils nur wenigen Kilogramm Gewicht mit den Bezeichnungen Radioskaf RS-6 und R7, TNS-0 Nr.2 und Sfera. Sie werden in den kommenden Wochen von den russischen Kosmonauten an Bord der Raumstation bei einem Außenbordmanöver in den Weltraum entlassen.

Bild: Sojus 2.1a mit Progress MS-06 in der Integrationshalle in Baikonur; Credit: Roskosmos