Beim dritten Start innerhalb weniger Wochen brachte die Arianespace bei der Mission VA237 eine Rekordnutzlast in den geostationären Transferorbit.  Die beiden Satelliten an Bord des Trägers, ViaSat-2 und Eutelsat 172B brachten, zusammen mit der Doppelstartstruktur und dem Adapter, 10.865 Kilogramm auf die Waage. Die Startmission begann um 1:45 Uhr mitteleuropäischer Zeit am europäischen Raumflughafen in Kourou, in Französisch Guyana. Es war der 79. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in ununterbrochener Reihenfolge.

Streiks hatten die Starts in Kourou für etwa einen Monat lahmgelegt. Jetzt ist die Arianespace bemüht - und das mit Erfolg - die verlorene Zeit wieder aufzuholen und den für dieses Jahr vorgesehenen Flugplan einzuhalten. Die Mission war der 237. Start für eine Ariane-Rakete.  ViaSat-2 und Eutelsat 172B waren der 558. und 559. Satellit, den das Unternehmen seit Beginn der Ariane-Flüge im Dezember 1979 in den Orbit brachte. Zählt man alle Träger zusammen, für deren Starts Arianespace in Kourou verantwortlich zeichnet (also auch die Vega und die Sojus ST-A/B), dann war dies bereits die 289. Mission.

Ein Highlight des Einsatzes war das Gewicht, das die Ariane 5 ECA in den geostationären Transferorbit transportierte: 9.969 Kilogramm für die beiden Satelliten und weitere 896 Kilogramm für die Sylda-Doppelstartvorrichtung und den Adapter zwischen Nutzlast und Rakete. Das Perigäum der erzielten Transferbahn lag bei 250 Kilometern, das Apogäum bei 35.700 Kilometern und die Bahnneigung zum Äquator bei exakt 6 Grad.

ViaSat-2 ist ein teilweise mit elektrischen Antrieben bestückter Satellit, den Boeing auf der Plattform 702 HP gebaut hat. Er soll auf 70 Grad westlicher Länge positioniert werden, Nord- und Südamerika und den karibischen Raum mit Telekommunikationsdienstleistungen versorgen und den Schiffs- und Flugverkehr in diesem Bereich bedienen. ViaSat-2 wurde 29 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe als erster der beiden „Passagiere“ ausgesetzt.

Eutelsat 172B ist ein vollelektrischer Satellit. Das bedeutet, dass sich keine chemischen Triebwerke mehr an Bord befinden, und sowohl die Bahnanhebung als auch die Positionshaltung mit Ionentriebwerken durchgeführt wird. Der Name des Raumfahrzeugs kennzeichnet seinen Einsatzort, an dem er stationiert werden soll: 172 Grad östlicher Länge. Damit wird er den Bereich zwischen Alaska über den Zentralpazifik bis Australien abdecken. Das Raumfahrzeug wurde von Airbus in Toulouse auf Basis der Eurostart 3000 EOR-Plattform gebaut. EOR steht dabei für „Electric Orbit Raising“. Eutelsat 172B begann seine Reise in den Orbit unter der Schutzhülle des Sylda-Adapters und wurde 43 Minuten nach Beginn der Mission ausgesetzt.

Bild: Endmontage des Trägers für den Flug VA237; Credit: Arianespace