Eine Trägerrakete des Typs Sojus ST-A brachte am 18. Mai den Kommunikationssatelliten SES-15 in eine geostationäre Transferbahn. Die Mission wurde im Auftrag der Arianespace von der Sojus-Startanlage in Kourou in Französisch Guyana aus durchgeführt. Der Flug begann zu Beginn des Startfensters um 13:54 Uhr mitteleuropäischer Zeit und endete fünf Stunden und 18 Minuten später mit dem erfolgreichen Absetzen des Raumfahrzeugs durch die Fregat M-Oberstufe der Sojus.

Die Arianespace-Bezeichnung des Einsatzes war VS17, was für "Vol Sojus 17" steht, also den 17. Einsatz einer Sojus für Arianespace. Um das Missionsziel zu erreichen waren zwei Brennmanöver der "Fregat M"-Oberstufe notwendig, die durch eine viereinhalbstündige ballistische Phase voneinander getrennt waren. Die erste Brennperiode dauerte knapp 14 Minuten, die zweite Zündung ging nur noch über 52 Sekunden. Die Fregat M gab den Satelliten danach um 19:13 Uhr mitteleuropäischer Zeit frei. Da bewegte er sich auf einer  Bahn mit einem Perigäum von 2.200 Kilometern, einem Apogäum von 31.300 Kilometern und einer Bahnneigung von sechs Grad zum Äquator. Von dieser Bahn aus wird es etwa sechs Monate dauern, bis SES-15 seine endgültige Orbitposition bei 129 Grad westlicher Länge erreicht.

SES-15 war bereits das 40. Raumfahrzeug, das die Arianespace für diesen Kunden in den Orbit brachte. Aber es war das erste Mal, dass für den Start eines SES-Satelliten eine Sojus-Trägerrakete verwendet wurde. Die Mission war überhaupt erst der zweite Einsatz einer Sojus von Guyana aus, die einen geostationären Transferorbit ansteuerte.

SES-15 basiert auf der vollelektrischen 702SP-Plattform von Boeing. Das Antriebs- und Lageregelungssystem ist ausschließlich mit Ionentriebwerken bestückt. Der 2.300 Kilogramm schwere Satellit soll Nord- und Zentralamerika, die Karibik und den pazifischen Raum bis Hawaii mit Telekommunikationsdiensten versorgen. Es ist der erste von insgesamt drei Hybrid-Satelliten, die sowohl kommerzielle Sende- und Empfangseinheiten (in diesem Fall 16 Ku-Band Transponder) als auch so genannte "Hosted payloads" für institutionelle Zwecke an Bord hat.

Bild: Startposter der Mission VS17; Credit: Arianespace