Japans geografische Nähe zum unberechenbaren Nachbarn Nordkorea bewirkt, dass sich das Land ein aufwendiges System militärischer Überwachungssatelliten leistet. Unter diesem Aspekt startete das Land in den frühen Morgenstunden des 17. März einen neuen Radaraufklärer der IGS-Reihe, mit dem die Aktivitäten des suspekten Nachbarn genau unter die Lupe genommen werden können. Das Raumfahrzeug wurde auf eine sonnensynchrone polare Umlaufbahn gebracht.

Der Start erfolgte um 2:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit (10:20 Uhr japanischer Ortszeit) von der Startrampe LA-Y des Yoshinobu-Startkomplexes des Raumfahrtzentrums Tanegashima. Der Satellit trägt die Bezeichnung IGS-Radar 5. Es ist dies bereits die 15. Einheit dieser Reihe (IGS = Intelligence Gathering Satellite) von Satelliten, die ihre Ziele im optischen und im Radarbereich beobachten. Der erste Start eines Raumfahrzeugs dieser Reihe erfolgte im März 2003. Zwei IGS-Satelliten gingen bei einem Fehlstart im November 2003 verloren. Von den restlichen 12 sind fünf nicht mehr aktiv. Da es sich bei dieser Mission um einen militärischen Einsatz handelt, wurden keine weiteren Daten bekannt gemacht.

Für die aktuelle Mission wurde eine Trägerrakete des Typs H-2A in der Version 202 eingesetzt, bei der die Zentralstufe mit zwei Feststoffboostern für die Startunterstützung verstärkt ist.

 

Bild: Der Moment der Abtrennung der beiden Boostermotoren, aufgenommen durch die beim Start entsandene Rauchfahne. Credit: JAXA