Noch nie zuvor wurden bei einem einzelnen Start so viele Satelliten gleichzeitig in den Orbit gebracht, wie bei der Mission einer indischen Trägerrakete am 15. Februar. Neben der Hauptnutzlast, dem Umweltbeobachtungssatelliten Cartosat-2D und den beiden Technologie-Nanosatelliten INS-1A und 1B waren das nicht weniger als 101 Cubesats.

Der Start der PSLV-Trägerrakete erfolgte um 9:28 Uhr Ortszeit, entsprechend 4:58 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Rampe 1 des Satish Dhawan Raumfahrtzentrum auf der ostindischen Insel Shirharikota. Es war der 39. Einsatz eines Trägers dieses Typs, den es in verschiedenen Ausführungen gibt. Für den aktuellen Start wurde die stärkste Variante, die PSLV XL, eingesetzt. 23 Minuten nach dem Liftoff hatte die vierte Stufe des Trägers eine Bahn mit einem Perigäum von 503 Kilometern, einem Apogäum von 505 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,46 Grad erreicht, und begann mit dem Aussetzen der zahlreichen Nutzlasten.

Bei der Hauptnutzlast handelte es sich um die fünfte Einheit der Cartosat-2 Erdbeobachtungssatelliten. Die aktuelle Einheit wird speziell für militärische Aufklärungszwecke eingesetzt. Cartosat-2D basiert auf dem IRS-2 Bus der ISRO und wies eine Startmasse von 714 Kilogramm auf. Seine Lebensdauer soll mindestens fünf Jahre betragen.

Das Raumfahrzeug wurde von zwei kleinen Technologiesatelliten mit der Bezeichnung ISRO Nanosatellite 1A und 1B begleitet. Die beiden Einheiten bringen ein Startgewicht von 8,4 bzw. 9,7 Kilogramm auf die Waage und weisen eine Kantenlänge von etwa 30 Zentimetern auf.

Bei den restlichen 101 Satelliten handelt es sich um Cubesats, fast durchweg in einer Größe von drei Standardeinheiten. Die Majorität entfällt dabei auf die 88 Flock-3P Satelliten von Planet Labs, mit denen Erdbeobachtung betrieben wird. Sie wogen zusammen 264 Kilogramm. Weitere acht 3-Unit-Cubesats sind die Einheiten Nummer 22 bis 29 der Spire Global-Konstellation.  Sie sind mit einer Nutzlast namens STRATOS ausgerüstet, mit der mittels der Dämpfung von GPS-Signalen durch die Erdatmosphäre Rückschlüsse auf die Lufttemperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit gezogen werden können.

Bei den restlichen fünf Cubesats handelt es sich um BGUSAT von der Ben Gurion Universität in Israel, DIDO-2 vom Schweizer Pharma-Unternehmens Swiss Pharma (der Satellit wurde aber in Israel hergestellt). Diese 3-Unit-Cubsat führt ein Mini-Biolabor an Bord mit. Dann Nayif-1, ein Ein-Unit-Cubsat, der aus den Vereinten Arabischen Emiraten stammt und für Amateurfunk-Versuche vorgesehen ist, PEASS (steht für Piezo Electric Assisted Smart Satellite Structure),  ein 3-Unit Cubesat für Technologieversuche, der von Instituten in Holland, Israel, Belgien und Deutschland gebaut wurde. Und schließlich Al Farabi 1, ein zwei Unit-Cubesat der Al-Farabi Kazakh National University aus Kasachstan.

Bild: Die PSLV-XL wird zum Startplatz transportiert. Credit: ISRO