Beim ersten Arianespace-Start des Jahres 2017 brachte am 28. Januar eine Rakete des Typs Sojus ST-B den spanischen Kommunikationssatelliten Hispasat 36W1 auf eine geostationäre Transferbahn. Es war dies das erste Mal, dass eine Rakete der Sojus-Reihe vom Guyana Space Center aus für den Start eines geostationären Kommunikationssatelliten eingesetzt wurde. Gleichzeitig war es der 16. Start einer Sojus vom europäischen Raumflughafen aus.

Die Mission begann um 2:03 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 22:03 Uhr Ortszeit am Freitag. Vom Zeitpunkt des Abhebens bis zur Freigabe des Satelliten vergingen 32 Minuten und 10 Sekunden. Das erzielte Perigäum lag bei 239 Kilometern, das Apogäum bei 35.640 Kilometern, und die Bahnneigung zum Äquator lag bei 5,54 Grad. Der Name des Satelliten zeigt, auf welcher geographischen Länge das Raumfahrzeug letztendlich stationiert werden soll: Auf 36 Grad westlicher Länge.

Die Sojus ST-B ist eine modernisierte Version des altbewährten russischen Standard-trägers. Sie verwendet in der dritten Stufe das sehr leistungsfähige RD-0124 Triebwerk, und kann zusätzlich, so wie in diesem Fall hier, mit einer Fregat-Oberstufe ausgerüstet werden um hochelliptische Erdumlaubahnen oder lunare und planetare Transferbahnen zu erreichen.

Hispasat 36W1 ist die erste kommerzielle Einheit der europäischen „Small Geo“-Plattform. Das Raumfahrzeug wurde unter der Führung der OHB System AG in Bremen gebaut. Die Small Geo-Plattform wurde unter dem ARTES Programm (Advanced Research in Telecommunications Systems) der ESA entwickelt und ist eine rein europäische Lösung für den Markt kleinerer Kommunikationssatelliten. Die Plattform ist kompatibel für eine Vielzahl von Nutzlasten und Antriebssystemen und kann Instrumente mit einem Gewicht zwischen 300 und 650 Kilogramm aufnehmen. Die Startmasse eines Small Geo-Satelliten kann zwischen 2.500 und 3.500 Kilogramm variieren. Vollständig entfaltet ist der Satellit 7,5 Meter hoch, 5 Meter tief und hat über seine beiden Solargeneratoren eine Spannweite von 21 Metern. Die Solargeneratoren leisten zu Beginn der Mission etwa 6 Kilowatt.

Hispasat 36W1 trägt eine kommerzielle Nutzlast von 20 Ku-Band Transpondern, sowie drei Ka-Band Transponder, die von TESAT-Spacecom im Auftrag des DLR entwickelt wurden. Die Gesamtmasse des Satelliten betrug 3.343 Kilogramm inklusive des von RUAG gebauten Adapters. Das Gewicht des Satelliten alleine beträgt 3.220 Kilogramm.

Bild: Startposter; Credit: Arianespace