Die indische Raumfahrtagentur ISRO erlebte am 31. August einen besonders ärgerlichen Fehlschlag. Die erste Startphase für den Navigationssatelliten IRNSS-1H klappte einwandfrei. In der dritten Flugminute löste sich aber die Nutzlastverkleidung nicht, so dass die Kombination aus Nutzlastverkleidung, vierter Stufe und Satellit schließlich in einem zu niedrigen Erdorbit strandete, und der Satellit in der Fairing eingeschlossen blieb. Das ist umso ärgerlicher, als ansonsten alle vier Stufen des Trägers perfekt arbeiteten. Fehler bei der Abtrennung von Nutzlastverkleidungen sind seit dem Beginn des Raumfahrtzeitalters eine der häufigeren Ursachen für Fehlstarts. Fast nie erreicht aber ein Träger in so einem Fall dann noch eine Umlaufbahn, weil das massive Mehrgewicht die Rakete abstürzen lässt, bevor sie in den Orbit gelangt.

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Eine Trägerrakete des Typs Orbital/ATK Minotaur IV brachte am Morgen des 26. Augst den Weltraum-Überwachungssatelliten ORS-5 (für: Operationally Responsive Space), sowie drei Cubesats in den Orbit. Der Start von Cape Canaveral aus erfolgte um 8:04 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 02:04 Uhr US-Ostküstenzeit. Es war, man glaubt es kaum, in der nunmehr sechzigjährigen Geschichte der Raumfahrt der erste Satellitenstart eines ausschließlich mit Feststoff betriebenen bodengestarteten Trägers von Cape Canaveral aus. Die Einschränkung „bodengestartet“ deshalb, weil Orbital ATK im Bereich der Eastern Testrange, vor der Küste von Cape Canaverals, bereits vor Jahren einmal eine Pegasus-Rakete von einem Flugzeug aus in eine Erdumlaufbahn gestartet hat. Es war der erste Einsatz überhaupt einer Minotaur von Cape Canaveral aus. Frühere Missionen dieses Trägers begann an der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien, in Wallops Island in Virginia oder Kodiak Island in Alaska.

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Japan brachte am 19. August den dritten Satelliten seines so genannten Quasi-Zenith Satellite Systems (QZSS) erfolgreich in den vorgesehenen Orbit. Der Start des Raumfahrzeugs mit dem Namen Michibiki-3 erfolgte um 7:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 15:29 Uhr japanischer Ortszeit. Startort war die Rampe 1 des Yoshinobu Startkomplexes am Tanegashima Raumfahrtzentrum der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA. Als Träger wurde die 35. Flugeinheit einer Rakete des Typs H2A eingesetzt, dieses Mal in der H2A 204 Variante (die bisherigen Michibiki-Satelliten starteten mit der Version 202).

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Die Mission vom 24. August 2017, bei der SpaceX den taiwanesischen Erdbeobachtungssatelliten Formosat 5 in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn transportierte, dürfte das schlechteste Geschäft gewesen sein, das Elon Musks Raumtransportunternehmen bis auf den heutigen Tag gemacht hat. Als der Startvertrag vor sieben Jahren abgeschlossen wurde, sollte das Raumfahrzeug eigentlich auf der wesentlich schwächeren Falcon 1e fliegen. Diesen Träger gab Elon Musk aber wieder auf, und versprach allen Kunden, die auf der Falcon 1e gebucht hatten, dafür einen Start auf der um ein vielfaches leistungsfähigeren Falcon 9. Wohl mit dem Hintergedanken, möglicherweise mehrere Nutzlasten miteinander kombinieren zu können und dann am Ende finanziell besser abzuschneiden.

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Am 18. September startete die United Launch Alliance einen Satelliten für das „Tracking and Data Relay System“ (TDRS) der US-Weltraumbehörde NASA. Das Raumfahrzeug mit der Bezeichnung TDRS-M verließ die Startanlage 41 in Cape Canaveral an Bord einer Atlas 5 401 um 14:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 8:29 Uhr morgens Ortszeit). Die Trägerrakete flog eine relativ komplexe Bahn ab, bei der zwei Brennphasen der Centaur-Oberstufe erforderlich waren. Eine Stunde und 54 Minuten nach dem Liftoff wurde der Satellit von der Centaur-Oberstufe freigegeben.

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