Die letzte Mission des Jahres, der Start des angolanischen Nachrichtensatelliten Angosat-1, jagte der russischen Raumfahrtindustrie noch einmal einen gehörigen Schrecken ein, und erneut wird wohl eine Überprüfung der Qualitätssicherungs-Prozesse in Russland die Folge sein. Nach einem erfolgreichen Start mit einer Trägerrakete des Typs Zenit 3F, dem ersten Einsatz einer solchen Rakete seit über zwei Jahren, verlor das Kontrollzentrum kurz nach dem Absetzen des Satelliten den Kontakt mit dem Raumfahrzeug. Zwei Tage später gelang es, die Funkverbindung wieder herzustellen.

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Am 25. Dezember brachte China erneut drei Satelliten der rätselhaften Yaogan-30 Konstellation in eine Erdumlaufbahn. Startort war der zentralchinesische Weltraumbahnhof Xichang. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 2C eingesetzt. Es war dies der dritte Start eines Yaogan 30-Trios innerhalb von vier Monaten.

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Nur 61 Sekunden, nachdem auf der japanischen Insel Tanegashima eine H2A-Trägerrakete mit zwei Satelliten an Bord zu einem Orbitalflug aufgebrochen war, begann auf dem militärischen Startgelände Vandenberg in Kalifornien die letzte Orbitalmission für SpaceX im Jahre 2017. An Bord der Falcon 9 befanden sich die Serieneinheiten 31-40 der neuen Iridium NEXT-Konstellation. Die Einheiten 1-30 hatte SpaceX bei drei vorausgegangenen Starts in diesem Jahr in den Orbit gebracht. Erstmals wurde von Vandenberg aus eine bereits einmal verwendete Falcon 9-Erststufe erneut geflogen. Insgesamt war es der 46. Einsatz einer Falcon 9-Rakete und die 18. Orbitalmission von SpaceX. Es war auch der 29. Orbitalflug für die USA. Die größte Zahl innerhalb eines solchen Zeitraums seit dem Jahr 1999.

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Nur drei Wochen nach dem Start des ersten „Lùdì kānchá wèixīng“ (oder kurz: LKW) folgte am 23. Dezember die zweite Einheit dieser Reihe. Wie schon sein Vorgänger wurde auch dieser  Satellit von einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2D auf einer sonnensynchronen Erdumlaufbahn abgesetzt, und wie schon LKW-1 startete auch dieses Raumfahrzeug vom nordchinesischen Weltraumbahnhof Jiuquan aus und benutzte dabei die Startrampe 603 am Startkomplex 43 der Anlage.

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Bei der letzten japanischen Raumfahrtmission des Jahres brachte die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) am 23. Dezember mit einer Trägerrakete des Typs H2A zwei Nutzlasten auf unterschiedliche Umlaufbahnen. Dabei handelt es sich um die Global Change Observation Mission (GCOM-C), mit dem Umweltbeobachtungen durchgeführt werden und um den Super Low Altitude Test Satellite (kurz: SLATS), einen Technologieträger, der ein Ionentriebwerk einsetzt, um auf einer extrem niedrigen Erdumlaufbahn gegen die Restreibung der Atmosphäre die Flughöhe zu halten.

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