Der Staat Israel dürfte das kleinste Land auf diesem Planeten sein, das in der Lage ist, eigene Satelliten vom eigenen Land aus mit eigenen Trägerraketen zu starten. Und das bei denkbar schlechten geografischen Voraussetzungen. Dementsprechend handelt es sich bei israelischen Orbitalstarts um ausgesprochen seltene Ereignisse. Die drei Versionen der Shavit-Trägerrakete sind seit dem Erststart im September 1988 erst zehnmal geflogen. Zwischen den einzelnen Starts vergehen somit im Schnitt etwa 2,5 Jahre. Am 13. September war es – nach erneut etwa zweieinhalb Jahren seit dem letzten Start - wieder so weit: Eine Shavit-2 brachte den militärischen Aufklärer Ofek-11 in einen retrograden niedrigen Erdorbit.

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Am 9. September 2016 begann mit einem sicheren Start von Cape Canaveral aus eine der spannendsten Missionen der kommenden Jahre. Die Raumsonde Osiris-Rex, eine Abkürzung für "Origin, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security, Regolith Explorer" startete an Bord einer Atlas 5 411 Trägerrakete der United Launch Alliance zu seiner siebenjährigen Mission, die ihn zum Asteroiden Bennu und wieder zurück zur Erde führen wird. Das Zielobjekt der Sonde wurde erst am 11. September 1999 entdeckt und bekam zunächst die Zählnummer 101.955 und die Katalogbezeichnung 1999 RQ36. Bennu gehört zur Gruppe der Apollo-Asteroiden und bewegt sich in einer elliptischen Bahn mit einem Abstand von 0,897 - 1,35 Astronomischen Einheiten um die Sonne.

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Eine Trägerrakete des Typs GSLV Mk. 2 brachte am 8. September den Wettersatelliten Insat 3DR in eine geostationäre Transferbahn. Der Start verlief problemlos, was für diese Trägerrakete keine Selbstverständlichkeit ist. Von den zehn bisherigen Starts GSLV-Starts aller Varianten waren nur fünf vollständig erfolgreich, die letzten drei Missionen, inklusive des aktuellen Fluges, immerhin in Serie. In der Variante Mark 2 flog die GSLV viermal, eine Mission schlug fehl.

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Nach 172 Tagen im Weltraum und 2.752 Erdumkreisungen kehrte der scheidende Kommandant der Internationalen Raumstation, der US-Astronaut Jeffrey Williams, zusammen mit seinen beiden russischen Kollegen Alexei Owtschinin und Oleg Skripotschka wieder zur Erde zurück. Die Landung der Rückkehrkapsel von Sojus TMA-20M erfolgte um 3:13 Uhr mitteleuropäischer Zeit exakt im vorgesehenen Zielgebiet in Zentral-Kasachstan.

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SpaceX erlitt am 1. September einen empfindlichen Rückschlag als eine Trägerrakete des Typs Falcon 9 FT beim Schlusscountdown für einen routinemäßigen Testbrennlauf zwei Tage vor dem geplanten Start völlig unvermittelt und ohne jede Vorwarnung explodierte. An Bord der Rakete befand sich bereits die Nutzlast, welche die Rakete am 3. September in den Orbit transportieren sollte: der israelische Kommunikationssatellit Amos-6. Die Telemetrie verzeichnete selbst wenige Hundertstelsekunden vor dem Vorfall keinerlei Anomalien. Sowohl der 195 Millionen Dollar teure Satellit als auch die Trägerrakete wurden vollständig zerstört.

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Der erste Fehlstart des Jahres geht auf das Konto der chinesischen Raumfahrt. Die Informationen über den Vorfall sind aber noch recht spärlich. Westliche Beobachter wunderten sich zunächst, warum der Start, dessen Zeitpunkt schon vor Tagen angekündigt worden war, in den chinesischen Medien ohne jede Erwähnung blieb. Als der Zeitpunkt kam und ging wurde weder eine Verschiebung noch irgendeine andere Informationen bekannt gegeben. Erst nach und nach sickerte durch, dass die Mission wohl gescheitert sei. Der Fehlschlag beendet eine Serie von 64 erfolgreichen Satelliten- und Sondenstarts in diesem Jahr. Das ist die längste Serie erfolgreicher Starts seit fast 30 Jahren.

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Bei der vierten Ariane 5-Mission des Jahres 2016 gab es zusätzlich zum erfolgreichen Start noch einige Rekorde zu verzeichnen. So war das kombinierte Gewicht der beiden Kommunikationssatelliten Intelsat 33e und Intelsat 36 die schwerste Nutzlast, die je von einem Träger dieses Typs in einen geostationären Transferorbit gebracht wurde. Und es war die 73. erfolgreiche Ariane 5-Einsatz in ununterbrochener Reihenfolge. Die Mission trug die Bezeichnung VA232 (für Vol Ariane 232) und war damit der 232. Einsatz eines Trägers der Ariane-Familie, seit die Ariane 1 im Dezember 1979 ihren Dienst antrat. Es waren auch die Satelliten Nummer 57 und 58 die Arianespace für Intelsat in den Orbit brachte. Der erste Intelsat, der von Arianespace gestartet wurde, war Intelsat 507 im Oktober 1983.

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