Nach einer Einsatzpause von drei Jahren brachte am 20. Dezember die japanische Weltraumbehörde JAXA wieder einen Träger des Typs Epsilon zum Einsatz. Die relativ kleine Feststoffrakete transportierte bei dem Einsatz den Forschungssatelliten ERG in eine hochelliptische Umlaufbahn. Der Start erfolgte um 20:00 Uhr japanischer Ortszeit, entsprechend 12:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Uchinoura Space Centre auf der Halbinsel Kagoshima, dem kleineren der beiden japanischen Weltraumbahnhöfe.

Die Epsilon-Rakete deckt den japanischen Trägerbedarf für kleinere Nutzlasten ab. Sie wird in den ersten drei Stufen mit Feststoff-Treibsätzen betrieben. Stufe vier, das Post Boost Vehicle, wird mit flüssigem Treibstoff betrieben. Diese Einheit wird aber nicht bei jedem Start eingesetzt. Die erste Stufe ist ein Feststofftriebwerk des Typs SRB-A3, derselben Einheit, die auch mit jeweils zwei oder vier Exemplaren zur Startunterstützung der H-IIA und H-IIB Träger verwendet wird. Der aktuelle Start der Epsilon war der erste Einsatz in der "Serienversion". Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die zweite Stufe vom Typ M-35 gegenüber dem Vorserienmodell M-34c einen von 327 Kilonewton auf 445 Kilonewton erhöhten Schub und eine um 15 Sekunden längere Brenndauer aufweist.

13 Minuten und 27 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe gab die dritte Stufe den Satelliten frei. Die erzielte Umlaufbahn wies ein Perigäum von 220 Kilometern, ein Apogäum von 33.200 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 31,4 Grad auf.

Das Akronym ERG steht für "Energisation and Radiation in Geospace". Das 365 Kilogramm schwere Raumfahrzeug ist in der Startkonfiguration je 1,5 Meter breit und lang und 2,7 Meter hoch. Im Orbit betragen diese Abmessungen, nach der Entfaltung der Solargeneratoren und Messvorrichtungen, 6,0 Meter über die x-Achse und 5,2 Meter über die y-Achse. Die Solargeneratoren sind in der Lage, eine Leistung von 700 Watt zu generieren. ERG soll die Magnetosphäre der Erde erforschen. Betrieben wird es von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA.

Die Lebensdauer des Satelliten wird begrenzt sein, bedingt durch den Daueraufenthalt in den Van Allenschen Strahlungsgürteln. Ein Jahr soll er aber mindestens durchhalten. Innerhalb der Strahlungsgürtel soll er Plasma, Partikel, Wellen und Magnetfelder vermessen. ERG gesellt sich damit zu einer kleinen Flotte von Raumfahrzeugen, die ähnliche Aufgaben wahrnehmen, wie etwa die THEMIS-Raumfahrzeuge der NASA.

Bild: Die Epsilon vor der Start; Credit: JAXA