China brachte am 10. Dezember mit Fengyun-4A die erste Einheit einer neuen Serie von Wettersatelliten in eine geostationäre Transferbahn. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 eingesetzt. Die Mission began am Startkomplex 3 des zentralchinesischen Weltraumbahnhofs Xichang.

Der Liftoff des Trägers mit dem 5.300 Kilogramm schweren Satelliten erfolgte um 17:11 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 10. Dezember, entsprechend 0:11 Uhr in Zentralchina am 11. Dezember. 26 Minuten nach dem Verlassen der Startanlage wurde das Raumfahrzeug von der dritten Stufe des Trägers auf einer elliptischen geostationären Transferbahn mit einem Perigäum von 184 Kilometern, einem Apogäum von 35.800 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 28,45 Grad abgeliefert.

Die Fengyun-4 (FY-4) Serie (Fengyun steht für “Wind und Wolken”) ist die zweite Generation chinesischer geostationärer Wettersatelliten. Sie ist hinsichtlich der technischen Ausstattung, der zu übertragenden Datenmenge und der Übertragungsbandbreite gegenüber der Vorläuferserie FY 2 stark verbessert. Die FY-4 Serie wird aus zwei verschiedenen Typen von Satelliten bestehen, die im optischen und im Mikrowellenspektrum die Erde beobachten. Die optische Version wird zwei Einheiten umfassen, einen “West-Satelliten” und einen “Ost-Satelliten”. Von der Mikrowellen-Version wird es nur eine aktive Einheit geben. Fengyun-4 nimmt in dieser Konstellation die Rolle einer Pfadfinder-Einheit ein, die vor allem auch dazu dient, das völlig neugestaltete Bodensegment ausgiebig zu testen. Die “richtigen” Einsatzsatelliten werden ab 2018 gestaret werden.

Im Prinzip ist FY-4A aber eine Mikrowellen-Version der neuen Reihe. Hauptinstrumente sind der Advanced Geosynchronous Radiation Imager (kurz: AGRI) der auf 14 Beobachtungskanälen ein Wellenspektrum zwischen  0.55 und 13.8 Mikrometer abdeckt; der Interferometric Infrared Sounder (GIIRS) mit dem die Entwicklung von Wolkenfeldern und ihren Windgeschwindigkeiten beobachtet wird; der Lightning Mapping Imager (LMI) zur Beobachtung von Blitzen; das Space Environment Package (SEP), das die Strahlung im Umfeld des Satelliten misst und das Sonnenbeobachtungsteleskop Solar X-EUV (kurz: SXEUV).

Bild: Start von Fengyun-4A. Credit: ChinaNews