Am 1. Dezember kam es zum dritten Fehlstart des Jahres 2016. Dieses Mal betraf er eine Nachschubmission zur Internationalen Raumstation. 2,5 Tonnen wertvolle Fracht sind damit verloren, darunter ein teurer Orlan-Raumanzug der neuesten Generation. Es war dies die letzte von insgesamt drei russischen Nachschubmissionen dieses Jahres. Es ist dies der 15. Fehlschlag einer russischen Trägermission in den letzten sechs Jahren.

Die Mission begann um 16:51 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur. Der Raumtransporter Progress MS-04 (In der russischen Terminologie wird dieses Raumschiff auch als Progress MS-04/65P bezeichnet) startete dabei auf der vorletzten verfügbaren Sojus U zu seiner Mission. Die letzte Sojus U soll im Februar für den Start von Progress MS-05 eingesetzt werden.

Die Stufen eins und zwei funktionierten offensichtlich wie vorgesehen. Die Brennphase der dritten Stufe fiel dagegen wesentlich zu kurz aus. Daraufhin wurde die Progress auf einer suborbitalen Bahn freigegeben. Die Entfaltung der Antennen und Solargeneratoren fand zwar offensichtlich noch statt, aber das Raumfahrzeug war aufgrund der zu geringen Geschwindigkeit dem Untergang geweiht, trat über Südrussland wieder in die Atmosphäre ein und verglühte.

Die Startmasse des Raumfahrzeugs betrug 7.285 Kilogramm. An Bord befanden sich 2.442 Kilogramm Fracht und Treibstoff für die ISS. Die Trennung der Progress von der dritten Stufe hätte 529 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe erfolgen sollen. Der Verlust der Telemetriesignale trat 382 Sekunden nach dem Abheben auf. Danach erfolgte offensichtlich noch die Trennung von Raumschiff und Raketenstufe, aber die bis dahin erreichte Geschwindigkeit war zu gering, als dass die Progress mit Bordmitteln einen Orbit erreichen konnte.

Damit ist dies insgesamt der dritte Progress-Raumtransporter, der während des ISS-  Programmes verloren geht und das fünfte Versorgungsschiff insgesamt. Es ist auch der fünfte Fehlschlag bei bisher insgesamt 183 Missionen des Raumstationsprogramms. Vor Progress MS-04 waren Progress 44 im August 2011 und Progress 59 im April 2015 gescheitert. Auf amerikanischer Seite misslang der Start je einer Dragon-Kapsel (im Juni 2015) und eines Cygnus Transporters (im Oktober 2014). All diese Fehlschläge ereigneten sich in der insgesamt 19jährigen Geschichte der ISS erst während der letzten sechs Jahre. Vier der sechs Fehlstarts sogar erst in den letzten drei Jahren.

Bild: Progress MS-04 (bereits in der Nutzlastverkleidung) wird mit der dritten Stufe der Sojus U integriert. Credit: Roskosmos