Eine internationale Crew, bestehend aus einem Russen, einem Franzosen und einer Amerikanerin startete m 17. November zur Internationalen Raumstation. Ihr Raumschiff Sojus MS-03 trat seine Reise an der Spitze einer Sojus FG-Trägerrakete an. Startort war der russische (aber in Kasachstan gelegenen) Weltraumbahnhof Baikonur. Es war dies der 132. bemannte Start eine Sojus.

Die Mission begann um 21:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 1/5. Das ist dieselbe, von der aus schon Juri Gagarin im Jahre 1961 zu seinem historischen Orbitalflug aufbrach. Nach lokaler Ortszeit war es da schon 2:20 Uhr am Morgen des 18. November. Gut neun Minuten später war das Raumfahrzeug in einem ersten Übergangsorbit angekommen, und entfaltete Solargeneratoren und Antennen.

Die Crew von Sojus MS-03 besteht aus dem russischen Sojus-Kommandanten Oleg Nowitzky, dem französischen ESA-Astronauten Thomas Pesquet und der US-Astronautin Peggy Whitson. Für Nowitzki ist es der zweite Flug, für Whitson ist es der dritte. Für Thomas Pesquet ist es der erste Einsatz. Die derzeit geplante Einsatzdauer beträgt 156 Tage.

Sojus MS-03 ist die die dritte Einheit der neuen Sojus MS-Serie. Wie bei den beiden vorausgegangenen Flügen wird auch dieser als kombinierte Einsatz- und Testmission für das neue Raumschiff betrachtet. Von daher dauert der Transfer zur ISS zwei Tage (oder 34 Erdumkreisungen), um der Crew Zeit zu geben, verschiedene der neuen Features des Raumfahrzeugs zu erproben. Die „normalen“ Transferflüge zur ISS dauern ansonsten seit einigen Jahren nur noch jeweils sechs Stunden.

An Bord der ISS  befinden sich momentan der US-Astronaut Shane Kimbrough und die beiden russischen Kosmonauten Sergei Ryschikow und Andrei Borisenko. Zusammen mit den Neuankömmlingen bilden sie jetzt die "Expedition 50", also die 50. Langzeitcrew an Bord der ISS. Von der nun sechsköpfigen Besatzung ist die 56jährige Peggy Whitson das erfahrenste Mitglied. Sie flog bereits 2002 mit dem Shuttle zur damals noch in der frühen Bauphase befindlichen Station, und mit Sojus TMA-11 2007/2008 ein zweites Mal, als die ISS bereits in einer fortgeschritteneren Bauphase war. Bereits damals fungierte sie als Commander der Raumstation. Bei diesen beiden Flügen verbrachte sie insgesamt 376 Tage im Weltraum und führte dabei sechs Außenbordmanöver durch. Zwischen ihren ersten beiden Raumflügen war sie stellvertretende Leiterin des US-Astronautencorps. Nach ihrem zweiten Flug wurde sie, als erste Nicht-Pilotin, die Chefastronautin der NASA.

Von europäischer Seite her und für den Astronauten Thomas Pesquet trägt die Mission die Bezeichnung "Proxima". Pesquet ist der 10. Franzose, der in den Weltraum fliegt. Die Missionsbezeichnung referiert auf den Umstand, dass alle Missionen mit französischen Astronauten/Kosmonauten nach Sternen oder Sternkonstellationen benannt sind.

Bild: Die Crew von Sojus MS-03. Von links: Nowitzki, Whitson, Pesquet. Credit: Roskosmos