Eine europäische Trägerrakete des Typs Vega brachte am 16. September insgesamt fünf Satelliten auf unterschiedliche Erdumlaufbahnen. Der von Airbus Defence and Space SAS hergestellte Perusat 1 und die von Space Systems Loral gebauten Skysat 4, 5, 6 und 7 traten ihre Reise um 3:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit an, entsprechend 22:43 Uhr in der regionalen Zeitzone von Französisch-Guyana, wo sich Europas Weltraumbahnhof nahe der Stadt Kourou befindet. Die Mission war der siebte Flug einer Vega seit ihrem Erstflug im Februar 2012.

Die vierstufige Rakete gilt als Träger der oberen Unterklasse oder unteren Mittelklasse und ist in der Lage Nutzlasten bis etwa 2.000 Kilogramm auf niedrige Erdumlaufbahnen in östlicher Richtung oder etwa 1.500 Kilogramm auf polare Umlaufbahnen zu befördern. Aufgrund der Bahnanforderungen dieser Mission konnte aber die maximale Nutzlastkapazität dieses Mal nicht ausgeschöpft werden.

Die ersten drei Stufen bestehen aus in Westeuropa gefertigten Feststoffmotoren. Die vierte Stufe wird mit flüssigen Treibstoffen betrieben und stammt aus der Ukraine. Diese Stufe musste zunächst zweimal feuern, um die vier jeweils etwa 110 Kilogramm schweren SkySats genau auf ihre vorgesehene Bahn zu bringen. Diese kleinen Erdbeobachtungssatelliten gehören der Firma Terra Bella, und die wiederum gehört zu Google. Etwa 40 Minuten nach dem Verlassen der Startanlage waren diese Raumfahrzeuge auf einer Bahn in etwa 500 Kilometern Höhe abgesetzt. Terra Bella gab ihren Satelliten übrigens nach dem Absetzen neue Namen. Sie sind jetzt nach Star Wars-Charakteren benannt und heißen R2D2, Luke, C3PO und Leia.

Der nächste Schritt war die Freigabe eines Adapter-Gehäuses, unter dem sich der 430 Kilogramm schwere militärische Aufklärungssatellit Perusat 1 befand. Er hatte während des Starts die untere Position im Nutzlast-Stack eingenommen. Zwei weitere Brennperioden des RD-843 Triebwerks der Avum-Oberstufe brachten die Orbitaleinheit auf eine Umlaufbahn in 675 Kilometern Höhe und bewirkten zusätzlich eine leichte Änderung der Bahnneigung zum Aquator. Schließlich wurde Perusat 1 um 5:26 mitteleuropäischer Zeit ebenfalls freigegeben. Wenige Minuten später zündete das AVUM-Triebwerk ein letztes Mal und brachte sich und die vierte Stufe auf eine Absturzbahn.

Bild: Trennung Skysat 4. 5. 6 und 7 von der vierten Stufe der Vega. Künstlerische Darstellung. Credit: Arianespace