Mit dem Start von Tiangong 2 begann China am 16. September mit dem nächsten Schritt in seinem bemannten Raumfahrtprogramm. Das experimentelle Raumstationsmodul trat seine Reise in den Orbit an der Spitze einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2F/T2 an. Die acht Triebwerke der ersten Stufe und der Booster zündeten um 16:04 Uhr, entsprechend 22:04 Uhr Pekinger Zeit. Startort war das Raumfahrtzentrum Jiuquan in Nordwest-China.

Neun Minuten und 42 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe hatte das knapp neun Tonnen schwere Modul die vorgesehene Umlaufbahn erreicht und die Solargeneratoren und Antennen entfaltet. Das Perigäum der Bahn lag bei etwa 200 Kilometern, das Apogäum bei etwa 300 Kilometern. Von hier aus wird sich die Einheit mit seinen Bordtriebwerken in den nächsten Tagen auf die endgültige Bahnhöhe in einem annähernd kreisförmigen Orbit von 400 Kilometern begeben.

Von seinen Ausmaßen her hat Tiangong 2 die Größe eines kleineren Busses. Das Modul ist 10,4 Meter lang und hat einen Durchmesser von 3,4 Metern. Die beiden Solargeneratoren weisen eine Spannweite von 18 Metern auf. Tiangong 2 ist technisch wesentlich besser ausgestattet als ihre Vorgängerin.

Die Mission der neuen experimentellen Raumstation ist auf etwa zwei Jahre angesetzt. Der nächste Schritt ist nun der Start von Shenzhou 11, einem mit zwei Taikonauten bemannten Raumfahrzeug. Sie sollen insgesamt 33 Tage im Orbit verbringen, davon 30 an Bord von Tiangong 2. Das ist mehr als doppelt so lange wie der bisher längste chinesische bemannte Raumflug. Im April nächsten Jahres wird der Prototyp eines Raumfrachters zur Mini-Station starten. Dieses Vehikel trägt die Bezeichnung Tianzhou 1 und wird mit Chinas neuer Langer Marsch 7-Trägerrakete in die Umlaufbahn gebracht werden.

Bild: Start von Tiangon 2 in Jiuquan. Credit: ChinaNews